Vor zwei Jahren hat sich für Archäologen im Tagebau Nochten ein für Sachsen einmaliges Siedlungsensemble der mittleren Bronzezeit erschlossen. Südlich des ehemaligen Trebendorfer Torhauses, am Rande eines kleinen Kerbtales, befand sich die weilerartige Ansiedlung. Die Gemeinschaft aus mehreren Familien bewohnte zweischiffige Häuser mit einer Länge von durchschnittlich 15 bis 30 Meter. Die bisherige Auswertung der Hausbefunde ergab erstmals für diese frühe Zeit Hinweise auf einen zentralen Korridor, von dem aus der Wohn- und Stallbereich betreten werden konnte.

Durch die ungewöhnlich gute Erhaltung der Befunde ist es auch gelungen, dass bisher längste bronzezeitliche Haus Sachsens nachzuweisen. Das 44 Meter lange Gebäude war dem Feuer zum Opfer gefallen, wie verkohlte Reste der Wandkonstruktion belegten. Ihre Vorräte lagerten die Menschen in typischen Siedlungsgruben in der Nähe der Häuser und auf einem separaten Areal südlich der Siedlung. Gute 250 Meter entfernt von den Häusern lag das Gräberfeld. In sieben kleinen Grabhügeln bestattete man die Familienoberhäupter und am Rande die Angehörigen. Insgesamt konnten 115 Gräber nachgewiesen werden. Auf einen gewissen Wohlstand der Gemeinschaft deuten die drei Gräber mit zerschmolzenen Gold hin.

Die hervorragend erhaltenen Häuser, Vorratsgruben und Bestattungen werden das Wissen über das Leben und Sterben in der Oberlausitz vor 3000 Jahren deutlich verbreitern.

All das können Besucher der Sonderausstellung „Steinschläger, Pechkocher, Herzensbrecher – 14 000 Jahre Fundgeschichten im Lausitzer Tagebaurevier“ im Weißwasseraner Glasmuseum erfahren. Und nicht nur das, es gibt am Mittwoch sowie am Donnerstag zwei Veranstaltungen, die die Geschichte der Region noch genauer beleuchten, informiert Christine Lehmann, Leiterin im Glasmuseum. So können am Mittwoch um 17 Uhr Besucher von der Kuratorin der Ausstellung, Dr. Cornelia Rupp (Landesamt für Archäologie Sachsen) durch die Ausstellung geführt werden. Am Donnerstag informiert Peter Schöneburg, der Leiter der Außenstelle Archäologie in der Stadtbibliothek in Weißwasser, in einem Vortrag zur Besiedlung der Lausitz in der Bronzezeit. pm/ckx