Von Lutz Stucka und Christian Köhler

Noch immer sucht die Stadtverwaltung einen Namen für das neue Wohngebiet zwischen Forster, Jahn- und Straße des Friedens. Zwei Vorschläge sind bereits im Rathaus eingegangen, informiert Oberbürgermeister Torsten Pötzsch. Nun ist auch eine alte Flurkarte von dem Areal entdeckt worden. Auf einer Flurkarte dieser Zeit ist die Fläche mit der Bezeichnung „Mikolisch“ verzeichnet. Doch zunächst zur Geschichte:

Das Gebiet an der ehemaligen Ziegelei war durch seinen lehmigen Untergrund nach Niederschlägen immer feucht. Was auch der Quellbach der Struga, der darüber hinwegfloss, immer wieder nährte. Das von alters her, dieses östlich des Bauerndorfes „Bela Woda“ (Weißwasser) gelegene Gebiet, was zur Standesherrschaft Muskau gehörte, war dem herrschaftlichen Vorwerk Weißwasser an der Vorwerkstraße unterstellt. Einer wirtschaftlichen Nutzung, z.B. für die Fischzucht oder als Weideland, konnte es ohne höheren Aufwand nicht zugeführt werden.

Der Standesherr, besonders Fürst Pückler,  war bestrebt, solche,
außerhalb seines geschlossenen Landbesitzes gelegenen Grundstücke zu verkaufen. Um 1830/50 sollte es landwirtschaftlich genutzt werden. Möglicherweise pachtete es ein Landwirt namens Mikolisch, nicht aus Weißwasser stammend.

Etwa zwanzig Jahre später, bot der Verwalter der Standesherrschaft Muskau, Ritter von Rieloff, der Glashüttenunternehmer-Gemeinschaft Zwahr, Neubauer & Co. dieses Grundstück für nur 16 Taler zum Kauf an, was sie aber ablehnte. Die Herrschaft hatte das Grundstück aus der Pacht, denn eine landwirtschaftliche Nutzung durch Bauer Mikolisch wurde nicht bekannt, wieder zurück genommen, aber den Namen für das Areal beibehalten.

Als man um 1880 auf der Suche nach ergiebigen Tonvorkommen war, kam man wieder auf dieses brache Gebiet zurück. Im Jahr 1884 wurde an dieser Stelle die neue “Graf von Arnim´sche Dampfziegelei„ eröffnet, die viele Jahre bis in die DDR-Zeit in Betrieb gewesen war. Nach dem Rückbau der Ziegelei soll hier ein Wohngebiet entstehen.