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Hammerstadt
Aus für den Edelgemüseanbau

Noch im vorigen Jahr hat die Verantwortliche für den Spargelanbau, Sabine Noatsch, in der Viereichener Rindfleisch-Genossenschaft Spargel von der Anbaufläche in Hammerstad geerntet. Leider musste der Anbau eingestellt werden...
Noch im vorigen Jahr hat die Verantwortliche für den Spargelanbau, Sabine Noatsch, in der Viereichener Rindfleisch-Genossenschaft Spargel von der Anbaufläche in Hammerstad geerntet. Leider musste der Anbau eingestellt werden... FOTO: Bernhard Donke
Hammerstadt. Viereichener Rindfleisch Genossenschaft in Hammerstadt produziert seit diesem Jahr keinen Spargel mehr.

Die Spargelsaison nimmt bundesweit Fahrt auf. Doch aus der Viereichener Rindfleischgenossenschaft in Hammerstadt bei Rietschen ist in diesem Jahr kein Edelgemüse mehr zu holen, weder vom Hof noch von sonst irgendwo. Der Anbau wurde eingestellt. Auf den früheren Spargelflächen baut die Genossenschaft inzwischen Getreide an.

Bei den Viereichenern hat damit eine jahrzehntelange Anbautradition für ein begehrtes und kostbares Frühjahrsgemüse geendet. „Das war für uns, die wir seit DDR-Zeiten im Spargelanbau tätig waren, kein leichter Entschluss, aber unabänderlich“, sagt die einst für den Spargelanbau verantwortliche Mitarbeiterin der Genossenschaft, Sabine Noatsch. Gründe dafür, dass die Nachfrage nach dem Viereichener weißen und grünen Spargel sich schmerzlich verringerte, sieht die Genossenschafterin in der zunehmenden Konkurrenz: „Die Leute gehen eher in den Supermarkt oder nach Polen, weil dort der Spargel billiger ist. Qualität und Frische, die natürlich auch einen höheren Preis haben, wurden zunehmend weniger honoriert.“

Dabei hatten die Spargelbauer, um eine Entscheidung zur Einstellung des Spargelanbaus abzuwenden, über einige Zeit nicht ganz alltägliche Maßnahmen ergriffen. „Zwar hat es an den Wochenenden meist einen Ansturm auf unseren Spargel gegeben, aber das reichte nicht. Denn montags und dienstags war meist absolute Flaute in Sachen Abkauf. Doch der Spargel musste ja trotzdem gestochen werden. Weil wir nicht mehr wussten wohin sonst damit, haben wir ihn geschält und für die Gaststätte in Rietschen eingefroren. Aber irgendwann waren die Gefriertruhen voll“, erzählt die einstige Spargelverantwortliche. Und weil sowohl der Hofverkauf als auch der Verkauf in der Gaststätte nicht mehr den erforderlichen Umsatz brachten, um mindestens eine schwarze Null zu schreiben, fiel bereits im Mai vorigen Jahres der Entschluss, der jetzt wieder besonders schmerzt: Die Spargelwurzeln wurden aus dem Boden genommen und die Erdzeilen, die charakteristisch für den Anbau des weißen Spargels sind, dauerhaft eingeebnet.