| 16:26 Uhr

Bildung
Aus für Altenpfleger-Ausbildung

Aus für Datey-Altenpfleger-Berufsschule in Weißwasser.
Aus für Datey-Altenpfleger-Berufsschule in Weißwasser. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Das dritte Lehrjahr der Datey muss Abschluss in Kamenz absolvieren. Von Gabi Nitsche

„Das war es jetzt mit der Berufsfachschule für Altenpflege Datey“, sagt Andreas Nelte. Nach einem Bescheid vom Oberverwaltungsgericht Chemnitz sei die Schule jetzt nicht mehr berechtigt, Unterricht zu erteilen.

Das Schreiben war am Gründonnerstag um 16 Uhr eingetroffen, aber erst nach Ostern bemerkt worden. „Wir mussten das am Dienstag also den acht Auszubildenden im dritten Lehrjahr sagen. Die waren in die Feiertage gegangen mit der Information, sich hier vor Ort auf die Prüfungen vorbereiten zu können. Genau das, berichtet Nelte, war mit dem Landesamt für Schule und Bildung so besprochen worden. „Nun müssen diese acht Schülerinnen die restlichen Unterrichtstage und die Prüfungsvorbereitungen in Kamenz absolvieren.“

Hickhack um die Berufsschule, die 15 Jahre erfolgreich Altenpfleger ausbildete, gab es schon längere Zeit. Doch immer wieder gelang eine Lösung. Panik brach dann Anfang Februar unter den 35 Schülern aus wegen eines Schreibens des Landesamtes. Darin wurde den jungen Leuten mitgeteilt, dass dieser Schule zum 28. Februar die Genehmigung für den Betrieb entzogen und diese somit geschlossen wird. Begründet wurde das mit erheblichen Mängeln in der Umsetzung des Sächsischen Gesetzes über Schulen in freier Trägerschaft (die RUNDSCHAU berichtete). Mit juristischer Hilfe und zahlreichen Gesprächen gelang es, dass diese Frist ausgesetzt wurde. „Mir war immer besonders wichtig, dass die Schüler nicht auf der Strecke bleiben“, so Andreas Nelte. Gemeinsam mit dem Landesamt gelang es, alle Schüler aus dem ersten und zweiten Lehrjahr unterzubringen. Sie lernen ihren Beruf überwiegend am Beruflichen Schulzentrum Weißwasser weiter oder in Hoyerswerda. Für das dritte Jahr hatten sich beide Seiten auf Görlitz oder Kamenz verständigt. „Bei Kamenz mit der Option, hier die Prüfung vorzubereiten und zu absolvieren.“ Doch der Bescheid vom Oberverwaltungsgericht machte dem einen Strich durch die Rechnung, wie Vorstandsmitglied Nelte berichtet. Denn dieses hob die Fristaussetzung auf, die die Datey zwischenzeitlich erreicht hatte. Aus Sicht von Andreas Nelte ist das alles etwas „kurios“: „Wir vereinbaren etwas mit dem Landesamt, und dort weiß niemand, dass der Bescheid durch das Gericht aufgehoben wird…“

Andreas Nelte wünscht sich, dass trotz dieser negativen Begleitumstände die acht Auszubildenden im dritten Lehrjahr ihre Prüfungen erfolgreich meistern. Der Freund einer Betroffenen hofft das ebenso. Gegenüber der RUNDSCHAU äußerte sich dieser sehr kritisch, was die ganze Sache angeht. Seine Freundin habe den Kopf voll, muss lernen und sich auf die Arbeit am Patienten konzentrieren, und dann komme die Fahrerei nach Kamenz noch dazu. Er verstehe es einfach nicht, wie eine Behörde solche Entscheidungen treffen könne und Auszubildende kurz vor ihrem Abschluss noch so in Not bringe. Das sei völlig inakzeptabel.