(mtk) Nach einer Schlägerei in Niesky hat sich ein heute 33-Jähriger vor dem Amtsgericht in Weißwasser zu verantworten gehabt. Gleich vorab: Das Verfahren wurde vorläufig unter der Auflage, bis zum 31. Dezember eine Geld-
strafe von 300 Euro zu zahlen, eingestellt. Das, so Amtsgerichtsdirektor Martin Hinrichs, sollte dem vierfachen Familienvater aus Niesky eine Lehre sein.

Das Verfahren um die Schlägerei in Niesky, die sich vor etwa einem Jahr in den Abendstunden in der dortigen Lehrergasse ereignet haben soll, ist bereits mehrfach verschoben worden. Der Geschädigte und ein Zeuge seien immer wieder verhindert gewesen, erschienen zum erneuten Termin wieder nicht. Der eine, weil er in Österreich arbeitet und sich drei Tage Urlaub für diesen Termin nehmen müsste und der andere sagte morgens bei Gericht ab, weil er dringend zum Arzt müsse. Für Richter Martin Hinrichs unverständlich, da ja nur sie zur Aufklärung der Anschuldigungen beitragen können.

Die Staatsanwaltschaft Görlitz klagte den 33-jährigen Paul Z.* aus Niesky wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Bedrohung an, weil er den Geschädigten in den „Schwitzkasten“ genommen haben soll, ihm zwei Finger in den Mund gesteckt und ihm damit gedroht haben soll, ihn umzubringen.

In seiner Aussage vor Gericht gab Z. zu, den Geschädigten Bert W.* in den Schwitzkasten genommen zu haben. Die Morddrohung habe er definitiv nicht geäußert und dass er die Finger in den Mund gesteckt haben soll, daran kann er sich nicht erinnern.

An jenem Abend war er mit seinem Freund Mike A.* auf dem Heimweg, nachdem beide gemeinsam unterwegs gewesen waren und ein paar Bier getrunken hätten. Er wusste, dass es zwischen W. und A. schon seit einigen Wochen Streitereien gab, hauptsächlich Hänseleien gegen seinen Freund wegen dessen Namen. Gegen 20 Uhr sahen sie ein paar Jugendliche in der Nähe der Wohnung von Z. sitzen, bei denen auch W. dabei war. Der Angeklagte ging zu W., um „ihn zu fragen, was für ein Problem er mit A. habe und sie sollten aufhören, ihn zu beleidigen“. Die Kumpels von W. haben ihn daraufhin angegriffen und ihm zu verstehen gegeben, dass er sich nicht einzumischen habe. „Ich habe mich gegen die Schläge der anderen gewehrt und W. in den Schwitzkasten genommen.“, schilderte Z. in seiner Aussage das Geschehen.

Die beiden als Zeugen geladenen Polizeibeamten bestätigten, dass A. der „Stein des Anstoßes“ gewesen sei und er in seiner Vernehmung die Aussagen des Angeklagten bestätigt hat. Weil Z. schon öfter an Schlägereien beteiligt gewesen sein soll und deshalb auch schon einmal wegen Körperverletzung vor Gericht stand, forderte die Staatsanwaltschaft die Verhängung einer Geldstrafe.
*Namen geändert