Von Regina Weiß

Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) ist froh, jemanden gefunden zu haben. „Es sind junge Leute und jungen Leuten sollte man durchaus auch etwas zutrauen“, erklärt der Gablenzer am Dienstag der RUNDSCHAU. Die hatte ihn gefragt, wie es denn nun nach dem Beschluss am Montagabend weitergeht.

Der Gemeinderat Gablenz hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, der Verpachtung des Campingplatzes Kromlau einschließlich des Badesees zuzustimmen. „Es ist ein  Grundsatzbeschluss gewesen, den der Rat gefasst hat“, so Noack.

Vor gut einem Jahr hatte die Kommune das rund 41 000 Quadratmeter große Areal, das vor rund 40  Jahren entstanden ist, ausgeschrieben, um Interessenten zu finden, die den Bereich aus dem Dornröschenschlaf wecken. Jetzt hoffen die Gablenzer, diese Interessenten in Conny Stark und Jessica Mickolay aus Cottbus gefunden zu haben. „Ich werde ihnen nun mitteilen, dass der Rat dem zugestimmt hat“, so Noack. Dann müssen die künftigen Pächter sozusagen ihre Hausaufgaben machen, mit den Banken die Finanzierung klären, um durchstarten zu können. Den abzuschließenden Erbaupachtvertrag sieht der Gemeindechef dann nur noch als Formsache an. Der jährliche Pachtzins für das Gelände soll 3000 Euro betragen. Allerdings kommt die volle Summe erst zum Tragen, wenn die Vorhaben der künftigen Pächter umgesetzt sind.

Gemeinderat Frank Hoffmann ist es wichtig, dass auf dem verpachteten Areal die Verkehrssicherungspflicht an den Pächter übergeht. Er hat dabei die Sicherung der Bäume im Blick. Und nicht nur das, schickt Noack hinterher. Auch um die Pflege des Badesees müssen sich die Pächter künftig kümmern. Bis dato stellte die Kommune den Kontakt zu den Tauchern her, die den „Unterwassergarten“ ernteten.

Neben der Pflege des idyllischen Fleckchens warten noch andere Aufgaben auf die Pächter. Der Sanierungsaufwand für die Anlagen, die sich vor Ort befinden, beläuft sich auf rund 480 000 Euro. Unter anderem handelt es sich dabei um mehrere Bungalows, die bislang für unterschiedliche Zwecke genutzt wurden. Nach den ersten Vorstellungen der künftigen Pächter sollen daraus Ferienunterkünfte, Kiosk und Imbiss sowie ein behindertengerechtes WC werden. Hinzu kommen die 45 Stellplätze sowie 30 Flächen für Zelte.

Sollten, weshalb auch immer, die Pläne nicht aufgehen, werde der Pachtvertrag eine Klausel enthalten, dass das Areal an die Gemeinde zurückfällt. Doch davon will im Moment keiner etwas wissen. Vielmehr geht es nach Noack darum, die Anlage für die Zukunft so fit zu machen, dass sie interessanter wird für Touristen. Schließlich investiert die Kommune in den Kromlauer Park und geht von einem weiteren Ansturm der Besucher nach Fertigstellung der Rakotzsanierung aus.

Eben diese Konzentration auf den Park als Denkmal habe dazu geführt, sich vom Badesee zu trennen. „Er ist keine Pflichtaufgabe und die Zeiten, dass dort Ein-Euro-Jober arbeiten konnten, sind auch lange vorbei.“

Die Gemeindebediensteten haben mit ihren Aufgaben, was die schon reduzierte Bungalowsiedlung und den Tourismusbetrieb betrifft, reichlich zu tun.