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Karneval
Aus dem Chaos erwächst ein Tempel

Es wurde in der Daubitzer Krone geschunkelt und gelacht; doch dann wurde es erns: Ddas Kino-Café Rietschen explodierte. Aam Ende stellte sich heraus, es war die falsche Baustelle, es wurde das falsche Gebäude gesprengt.
Es wurde in der Daubitzer Krone geschunkelt und gelacht; doch dann wurde es erns: Ddas Kino-Café Rietschen explodierte. Aam Ende stellte sich heraus, es war die falsche Baustelle, es wurde das falsche Gebäude gesprengt. FOTO: Arlt Martina
Daubitz. Die Daubitzer Narren lassen es explodieren – auf einer falschen Baustelle. Von Martina Arlt

Jede Menge Bauleute, Handwerker und Poliere sind am Samstagabend im Saal der Daubitzer „Krone“ unterwegs. Das hatte auch einen ganz besonderen Grund: Die 41. Saison der Karnevalisten steht unter dem Motto: „Mit Schaufel, Zollstock und Zement – bauen wir von hier bis in den Orient“. Das wollten so viele erleben, dass das närrische Volk in der Gaststätte auch mit Stehplätzen vorliebnehmen musste. DJ André von der „Notenbude“ unterhielt die Gäste bereits zum achten Mal musikalisch.

Die fast 100 Mitglieder des Daubitzer Karnevalsvereins unter Regie des Vorsitzenden Tilmann Havenstein und des Präsidenten Daniel Junge waren für das große Spektakel wieder bestens gerüstet. So wurde „Die Krone“ für Samstagabend kurzerhand zu einer großen Baustelle umgebaut. Zu den Themen, die durch den Kakao gezogen wurden, gehörte das Kino-Café Rietschen.

Und deshalb gab es auf der Bühne der „Krone“ eine nicht zu überhörende Explosion. Nachdem das Gebäude gefallen war, trat Urgestein Helmut Fechner vom Rietschener Kino wie aus dem Nichts hervor. Dann begann aber der Stress so richtig: Es war die falsche Baustelle. Es war das verkehrte Gebäude gesprengt worden und so nahm das Chaos seinen Lauf. Doch im Schutthaufen taten sich Wunder auf und so konnte doch noch am Ende „ein Tempel“ errichtet werden.

Mehr als 60 Mitwirkende hatten diesen Programmpunkt einstudiert, der natürlich in Rietschener und Daubitzer Gefilden für großes Gelächter sorgte. Dort regiert noch das „alte“ Prinzenpaar Corinna Anders und Toralf Friedrich. Doch schon längst machten sich Lothar Höfchen und Horst Meister auf den Weg, um ein neues Prinzenpaar am 3. Februar 2018 in der Karnevalshochburg präsentieren zu können. Das ist immer wieder ein streng gesichertes Geheimnis.

Susanne Zieschang (31) gehört zu den Aktiven im Daubitzer Karneval. Die Liebe war „schuld“, dass sie ihren Wohnsitz zwar nach Kringelsdorf verlegte, doch zu Partys ist sie immer in ihrer Heimat Daubitz. Vor einem Jahr ist ihre Tochter Amelie geboren, die ganz sicher ein Fünkchen im Daubitzer Karneval wird. „Nach der Babypause muss es wieder losgehen. Ines Präsel und ich möchten eine Kinderfunkengarde wieder ins Leben rufen. So werden die Funken dann 2018 sich erstmals präsentieren, das ist unser Plan“, sagt Vorstandsmitglied Susanne Zieschang. Seit 22 Jahren gehört ihre Leidenschaft dem Daubitzer Karneval. In der 35. Saison durfte sie in die Rolle der Prinzessin schlüpfen. „Unsere Paare sind meist zusammengewürfelt. Dann erfährt man erst so drei Wochen vorher, welchen Prinzen du an deiner Seite für die Saison haben wirst“, erzählt Susanne Zieschang.

Auch die Tanzmädels im Verein sind immer wieder eine Schau. Während sich die Funken 1 alleine trainieren, werden die Funken 2 von Birgit Krüger, Doreen Biele und Ines Präsel sowie die Funken 3 von Anna Anders und Nadine Schmidt angeleitet. Für das große ehrenamtliche Engagement wurden am Samstagabend folgende Karnevalsfreunde geehrt: Franca Bergmann, Bianca Scheel und Lena Bienst (für zehn Jahre), Fabian Adler (20 Jahre) und Wolfgang Vanatko (30 Jahre).