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Aufs Auto oder das Rad angewiesen

Auch nach Krakow (Krakau) führte schon eine Reise die Tandemgruppen der Turmvilla Bad Muskau.
Auch nach Krakow (Krakau) führte schon eine Reise die Tandemgruppen der Turmvilla Bad Muskau. FOTO: pr
Zu dem Beitrag "Senioren kritisieren weite Wege zum Fachmarkt-Zentrum" (LR vom 27. März) schreibt Michaela Frytkowski: Frau Jurack aus der Jahnstraße beklagt den Umzug des Expertmarktes.

Kann ich gar nicht verstehen, denn laut Routenplaner liegt der "alte" Markt 1,4 Kilometer Fußweg von der Jahnstraße entfernt, und der neue 1,8 - kein so großer Unterschied, finde ich. Aber die "Stadtmenschen" haben ja immer was zu meckern. "Wir vom Dorf" müssen uns seit jeher kümmern. Öffentliche Verkehrsmittel kannst du vergessen - es fährt einzig und allein zwei bis drei Mal täglich der Schulbus. Da bist du aufs Auto angewiesen. Meine Mutti muss immer jemanden bemühen, wenn sie einkaufen will. Gestern war ich mit ihr unter anderem im Toom-Baumarkt. Hocherfreut stellte meine Mutti - auch eine Seniorin von 76 Jahren - fest, dass Deichmann dorthin gezogen ist. "Das ist aber schön, da kann ich im Sommer auch mal mit dem Fahrrad hierher fahren, muss ich nicht durch die ganze Stadt." Und das sind zehn Kilometer, nicht nur zwei.

Bürger ungerecht behandelt

Hans-Joachim Ladusch aus Weißwasser äußert sich zu der Entscheidung des Stadtrates Weißwasser. Die Straßenausbaubeiträge nicht teilweise zu erstatten. Das sorge nach wie vor für große Empörung bei den betroffenen Bürgern:

Erinnert sei daran, dass bei besagter Stadtratssitzung sechs Stadträte (!) fehlten, von denen nur einer krankgeschrieben war. Die restlichen fünf haben durch ihr Fehlen bekundet, wie wenig Interesse sie eigentlich für die Stadt und uns Bürger haben. Die anwesenden Stadträte wollten bei den Straßenausbaubeiträgen überwiegend nicht öffentlich abstimmen, da sie sich nicht noch mehr Bürgerzorn aufladen wollten. Welch eine grandiose Begründung. Haben diese Stadträte nicht begriffen, dass man sich den Zorn der Bürger nur zuzieht, wenn man nicht gerecht urteilt beziehungsweise nur an eigene Vorteile denkt?

Wer eins und eins zusammenzählen kann, weiß sowieso, wie die einzelnen Stadträte abgestimmt haben. Das ergibt sich aus der vorangegangenen Diskussion. Unser großer Dank gilt der Stadträtin Jung von der SPD, die sich vehement für ein bisschen mehr Gerechtigkeit bei den Straßenausbaubeiträgen eingesetzt hat. Sie sollte das weiterhin tun. Auch die Familie Kulok vom Nordweg hat in ihrem Leserbrief völlig zu Recht diese Ungerechtigkeit angeprangert. Eines Tages werden die ungerecht behandelten Bürger auch nicht mehr wählen gehen, was sehr schade für unsere Heimatstadt Weißwasser wäre, daher werden wir weiter für die Gerechtigkeit streiten.

Tandem trägt zu guter Nachbarschaft bei

Über die Tandemgruppen des Vereins Turmvilla in Bad Muskau schreibt Matthias Bettmann aus Weißkeißel:

Seit Bestehen der Turmvilla in Bad Muskau gibt es Einwohner aus Leknica, Bad Muskau und Umgebung, die sich dienstags und donnerstags dort treffen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die Lebensweise und Kultur des anderen kennenlernen wollen.

Dabei tauschen sich die einen eher über Küche und Alltag aus, inklusive gemeinsames Kochen und Verkosten. Die anderen interessieren sich für Tourismus und Geschichte, besonders der Lausitz, aber auch weit darüber hinaus. Höhepunkte waren gemeinsame Reisen zum Beispiel ins Riesengebirge, das Zittauer Bergland, den Spreewald, nach Zary, Sagan sowie Klöster in der Lausitz, nach Lemberg und Krakau. Über die Treffen in der Turmvilla hinaus haben sich private Kontakte entwickelt und sind im Laufe der Zeit sehr eng geworden.

Jährlich im "Polnischen Frühling", einer Veranstaltungsreihe der Turmvilla, organisieren diese Tandemgruppen einen offenen Lieder- und Tanzabend. Volks- und populäre Lieder beider Länder werden mit Instrumentalbegleitung gesungen. Ganz beliebt ist auch das gemeinsame Tanzen - hier geht es vom Sirtaki über Letkiss bis zur Polka. Nicht zu kurz kommt Kulinarisches aus beiden Ländern.

Grundlage der Verständigung ist natürlich die Sprache des Nachbarn, die in der Gruppe gelernt und vertieft wird. Neben den Räumlichkeiten unterstützt die Turmvilla gerade in diesem Bereich. Sprachversierte Mitarbeiter helfen beim Lernen oder wenn es darum geht, fachlich komplizierte Sachverhalte zu übermitteln.

Tandem trägt dazu bei, ein freundschaftliches, gut nachbarschaftliches Verhältnis aufzubauen, Vorurteile abzubauen und leistet somit seinen Beitrag, Deutsche und Polen einander näher zu bringen.

Turnerheim in der Frühjahrskur

25 Mitglieder des VfB Weißwasser haben das Turnerheim einer Frühjahrskur unterzogen. Über den Arbeitseinsatz berichtet Birgit Husgen:

Weithin sichtbar ist der neue Anstrich des Sprecherturms, der durch das Team der ersten Männermannschaft schon mit Vorbereitungsarbeiten vor dem eigentlichen Arbeitseinsatz erledigt wurde. Das Pflaster in der Einfahrt vervollständigten Freizeitkicker, während Fußballer der Sportgruppe Schurig sich um die Sitzplätze kümmerten und diese erneuerten.

Mitglieder der dritten Männermannschaft bereinigten den restlichen Wald um den neuen Kunstrasenplatz und räumten das Gestrüpp raus. Präsident Dieter Krein ließ es sich nicht nehmen, selbst Hand anzulegen und die Werbetafeln zu säubern. Die zwei guten Geister Karola und Doreen sorgten für entsprechende Verpflegung mit Kaffee und belegten Brötchen und machten sich im Vereinsraum nützlich. Die beiden Platzwarte halfen ebenso.

Mit Unterstützung der Firma Beil, die die Technik und teilweise Material bereitstellte, sind neue Arbeiten bereits in Planung. So wird unsere Sportstätte Stück für Stück schöner. Gleichzeitig leisten so die Vereinsmitglieder ihre Stunden ab und haben Freude am gemeinsamen Tun im Sinne des Sports. Außerdem kam auch der Spaß keineswegs zu kurz. Weitere Einsätze werden folgen.