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| 17:47 Uhr

Welterbe
Aufbruchstimmung im Muskauer Park

Blick auf die Villa Bellevue im Bad Muskauer Badepark. Ab Sommer wird im Haus wieder gewohnt.
Blick auf die Villa Bellevue im Bad Muskauer Badepark. Ab Sommer wird im Haus wieder gewohnt. FOTO: Joachim Rehle
VBad Muskau. Das Ausstellungskonzept für die Pückler-Villa in Bad Muskau bekommt grünes Licht. 2022 könnten dort die ersten Gäste begrüßt werden. Von Regina Weiß

Das Muskauer Schloss ist in diesen Maitagen bei Besuchern sehr gefragt. Deutsche und Polen steuern es gleichermaßen gern an. Im September sind es schon wieder fünf Jahre her, dass das wieder aufgebaute Gebäude eingeweiht wurde. Noch länger liegt zurück, dass die Entscheidung fiel, den Wiederaufbau zu wagen. Und doch erinnert Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, in diesen Tagen an jene Zeit in den 90er-Jahren. Damals herrschte Aufbruchstimmung im Muskauer Park. Diese wiederholt sich seiner Meinung nach gerade.

Nicht nur, dass der Stiftungsrat in seiner jüngsten Tagung das Millionen-Projekt Kavalierhaus als künftiges Besucherzentrum für den Unesco Global Geopark Muskauer Faltenbogen befürwortet hat (die RUNDSCHAU berichtete). Auch die künftige Dauerausstellung im Muskauer Badepark mit dem Arbeitstitel „Pücklers Orientreise ab 1834 und die Geschichte von Machbuba“ hat grünes Licht bekommen.

Allerdings wird noch allerhand Wasser die Neiße herunterfließen, bis sich Besucher in der Schau auf Erkundungstour machen können. Pücklers Reise dauerte sechs Jahre. „Es war die Hochzeit seines Lebens“, ist sich Panning sicher. Der Standesherr wurde im Orient hofiert, erlebte Abenteuer und wollte eigentlich nie zurück. Das alles können die Besucher ab 2022 selbst nachvollziehen. Das Konzept, das die Ausstellungsmacher Andreas Fleischmann, Geschäftsführer der Leipziger Firma Kocmoc, und Ethnologin Kerstin Volker-Saad präsentiert haben, hat Eindruck beim Stiftungsratsvorsitzenden Dirk Diedrichs hinterlassen, wie er der RUNDSCHAU verrät.

Derweil noch Zeit bleibt, weiter daran zu feilen, gilt Gleiches dann auch für die Villa Pückler. „Die Gerüste an ihr sind gefallen“, erklärt Norbert Seibt, Niederlassungsleiter Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB). Damit ist der Blick frei auf das Denkmal, bei dessen Bausubstanz „mehr ersetzt werden musste, als uns lieb war“, so Seibt weiter. Doch die statische Sicherheit habe dies verlangt. Die Arbeiten sollen nun im Sommer zum Abschluss kommen.

Auch beim nur einen Steinwurf entfernten Badehaus war die Bausubstanz wesentlich desolater als noch in der Planung anzunehmen war. Mittlerweile ist der Rohbau fertig und es geht an die Dachdeckerarbeiten.

Bauprojekt Nummer drei ist die Villa Bellevue. Hier legt man nach Info von Norbert Seibt gerade den Endspurt ein. Derzeit liefen die Sanierung der Übergänge zu den Wohnungen und im Inneren die Installation der betriebstechnischen Gewerke. Ab dem 1. Juli wird die Villa wieder als Mehrfamilien-Wohnhaus genutzt.

Das vierte Projekt im Badepark ist das Unscheinbarste, aber deshalb nicht weniger wichtig. Neben dem ehemaligen Obersteigerhaus wird eine Technikzentrale eingerichtet. Die ersten Planungsunterlagen liegen vor, diese werden nun konkretisiert. „Im Haushalt 2019 ist dafür eine Summe vorgesehen“, erklärt Seibt gegenüber den Medien.

Bauprojekt Numero fünf liegt mitten in der Stadt. Die Rede ist von der Brauerei, die seit 2017 im Besitz des Freistaates ist. Vom Wildwuchs und Unrat ist das Areal ja bereits befreit. Der Bestand konnte also aufgenommen werden. Eine Schadensbild­kartierung wurde vorgenommen. Jetzt beginnen die Sicherungsarbeiten, erläutert Seibt. Es geht um das Dach und die Decken, die Aussteifung der Wände. Von der rund einen Million Euro, die dafür notwendig sind, sollen 750 000 Euro in diesem Jahr investiert werden. Der „Rest“ folgt im kommenden Jahr. Anfang des zweiten Halbjahres soll auch die ehemalige Limosta abgetragen werden. An ihrer Stelle kommt ein Dach, das helfen soll, das die historischen Eiskeller trocknen können.

Damit das Projekt Brauerei in trockene Tücher kommt, soll über Nutzungsmöglichkeiten für das Objekt nachgedacht werden. In der nächsten Stiftungsratssitzung im Spätherbst soll darüber gesprochen werden. Allerdings sagt Dirk Diedrichs gleich dazu: „Zu hohe Erwartungen will ich dämpfen. Wir können nicht alles auf einmal machen.“

Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) zeigt sich nach der jüngsten Stiftungsratssitzung sehr erfreut. Die Umsetzung der einzelnen Vorhaben werde zu einer weiteren positiven Entwicklung bei den Besucherzahlen in der Parkstadt beitragen, ist sich Bänder sehr sicher. Dabei könnte das künftige Besucherzentrum im Kavalierhaus auch durchaus neue Besuchergruppen und außerhalb der klassischen Parkzeiten anlocken. Ein doppelter Gewinn also.

An der Pückler-Villa ist das Gerüst gefallen. Die Bausubstanz musste an vielen Stellen ersetzt werden.
An der Pückler-Villa ist das Gerüst gefallen. Die Bausubstanz musste an vielen Stellen ersetzt werden. FOTO: Regina Weiß
Bei der Brauerei werden in diesem Jahr Sicherungsarbeiten beginnen.
Bei der Brauerei werden in diesem Jahr Sicherungsarbeiten beginnen. FOTO: Regina Weiß