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| 16:31 Uhr

Brandschutz
Auf die Wehren von Trebendorf und Mühlrose ist Verlass

Gemeindewehrleiter Bernd Kowalick berichtete dem Rat.
Gemeindewehrleiter Bernd Kowalick berichtete dem Rat. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Trebendorf. Das unterstreicht Gemeindewehrleiter Bernd Kowalick gegenüber Bürgermeister und Gemeinderat. Von Gabi Nitsche

Es war die Farbe Blau, die bei der jüngsten Ratssitzung bestimmend war im Sitzungsraum vom Haus der Vereine. Das lag an den Kameraden um Gemeindewehrleiter Bernd Kowalick. Es war Zeit, über die Arbeit der Floriansjünger zu berichten.

Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Ohne die Kameraden in beiden Ortsteilen und deren ehrenamtliches Wirken könnte die Kommune dieser Pflicht aber nicht nachkommen.  Was das bedeutet, hätten Worte nicht überzeugender ausdrücken können wie ein Foto, das ein Flammenmeer zeigte. „Das ist nicht Hollywood. Das ist unsere Realität.“ Eine Momentaufnahme, entstanden beim Großbrand auf der Reinert Ranch 2016. Kowalick lag es am Herzen, zu zeigen, was der einzelne Kamerad leisten muss. Er verband damit aber ebenso die Hoffnung: „Vielleicht sieht uns ja der eine oder andere nach diesem Vortrag im anderen Licht.“Ob die bisherigen Bürgermeister oder der jetzige Waldemar Locke (CDU) sowie der Gemeinderat – sie wissen um die Einsatzbereitschaft der Kameraden und haben es nie versäumt, ihnen dafür zu danken und Respekt zu zollen. Mit einer saloppen Bemerkung versicherte das Ratsmitglied Klaus Rohrbach: „Unsere Unterstützung habt ihr doch.“

Einige Mitbewohner ließen das in der Vergangenheit jedoch vermissen. Kowalick wurde deutlich: Vor fünf Jahren etwa wäre es mit der Trebendorfer Wehr fast zu Ende gewesen. Ein Großteil der Mitglieder wollte austreten. Es ging damals unter anderen um einen Übungsplatz für die Feuerwehrsportler, der von einigen Trebendorfern nicht gewollt war. Das Ende vom Lied wäre eine Pflichtfeuerwehr gewesen, die die Kommune hätte berufen müssen. Dazu kam es letztlich nicht, das Pflichtbewusstsein der Truppe siegte und der Umstand, dass sie mit Herz und Verstand eintreten, das Leben anderer Menschen zu retten. Und das machen sie an 365 Tagen im Jahr, zu jeder Tages- und zu jeder Nachtzeit, egal ob sie bei Bränden zum Einsatz kommen, technische Hilfe leisten bei schweren Verkehrsunfällen oder für den Katastrophenschutz ihren Kopf hinhalten. Den Feuerwehrdienst nennt Kowalick halbmilitärisch. Wer sich für das Ehrenamt entscheidet, entscheidet sich auch für die Einhaltung von Vorschriften und Einsatzbefehlen und so weiter. Um das Handwerk zu beherrschen, investieren die Mitglieder viel Zeit in die eigene Ausbildung. Allein intern sind mindestens 40 Stunden Ausbildung im Jahr für jeden Pflicht. Bei den Atemschutzgeräteträgern sind es noch mehr. Hinzu kommen individuell spezielle Weiterbildungen, zum Beispiel an der Landesfeuerwehrschule in Nardt.

Für 2017 stehen 5385 Stunden für zusätzliche Aufgaben zu Buche – 845 Stunden Ausbildung, 1120 für die Traditions-, 50 für die Historikpflege, 1500 für den Spielmannszug und 1880 für den Feuerwehrsport, informierte Bernd Kowalick.

Auf die Wehren in Trebendorf und Mühlrose sei Verlass, versicherte Kowalick. Frauenpower zeichne die kampfstarke Truppe aus. Neben der Mühlroserin Nicole Paulick an der Spitze der Ortswehr und Francy Gärtig als Jugendwartin in Trebendorf gibt es eine Reihe von Frauen, die unter Atemschutz bei Einsätzen in der ersten Linie dienen. Die Grauen Panther und Grauen Wölfe sind immer dabei. Ohne die erfahrenen älteren Kameraden wäre mancher Dienst nur halb so schön. Hut ab, so Kowalick, vor jenen Mühlrosern, die andere ausbilden und als Kreisausbilder unterwegs sind. „Und welche Feuerwehr kann sagen, sie hat einen eigenen Spielmannszug?“ betonte der Gemeindewehrleiter. Seit drei Jahrzehnten wird in Trebendorf der Feuerwehrsport auf hohem Niveau betrieben. Mit drei Teams – Frauen, Männer und Oldies – ist man erfolgreich am Start.

Übrigens, wenn es irgendwo brennt oder anderweitig die Hilfe notwendig ist, dann schrillt in Trebendorf die Sirene und ist für alle unüberhörbar. Das bleibt auch so in Zeiten von Pieper & Co, versichert Kowalick. Dass sich einige Leute im Dorf daran stören, lässt die Kameraden nur die Köpfe schütteln. „Wir wünschen uns mehr Verständnis“, so Gemeindewehrleiter Bernd Kowalick.

Die Trebendorfer Wehrleitung bei der jüngsten Ratssitzung.
Die Trebendorfer Wehrleitung bei der jüngsten Ratssitzung. FOTO: Gabi Nitsche / LR