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Auf der Suche nach den Strippenziehern

Anett Felgenhauer (l.) und Anja Holub sind die Initiatoren des Projektes "sichtbar WSW" in Weißwasser.
Anett Felgenhauer (l.) und Anja Holub sind die Initiatoren des Projektes "sichtbar WSW" in Weißwasser. FOTO: Köhler
Weißwasser. Noch im Dezember 2016 sind Anett Felgenhauer und Anja Holub mit Fördermitteln von der Robert-Bosch-Stiftung ausgestattet worden. Die beiden Frauen wollen mit einem Projekt sichtbar machen, was Weißwasser zu bieten hat – und suchen Mitstreiter. Christian Köhler

Die Stadt Weißwasser ist schön und lebenswert. Davon sind Anett Felgenhauer und Anja Holub aus der Glasmacherstadt überzeugt. Um das den Bürgern und Gästen der Stadt zu zeigen, wollen die beiden Frauen ehrenamtlich innerhalb des Projektes "sichtbar WSW" veranschaulichen, was in Weißwasser geboten wird. "Leider denken viele, dass in Weißwasser nichts mehr los ist", begründet Anja Holub das Projekt, "und dem wollen wir entgegenwirken." Weißwasser sei lebenswert, "und wir als Eltern haben auch die Aufgabe, dass unseren Kindern zu vermitteln", sagt Anett Felgenhauer.

Für die Idee, das "sichtbar" zu machen, sind beide Frauen von der Robert-Bosch-Stiftung im Dezember des vergangenen Jahres als Neulandgewinner ausgezeichnet und mit Fördermitteln bedacht worden (siehe Infobox).

"Wir haben uns an der Zukunftswerkstatt in Weißwasser beteiligt und dabei festgestellt, dass es eine Plattform für Vereine und Initiativen in Weißwasser nicht gibt, auf der sie sich und ihre Veranstaltungen präsentieren können", erzählt Anett Felgenhauer.

Das soll sich mit "sichtbar WSW" ändern. Was zunächst als zusammenfassende Internetpräsenz und private Initiative gedacht war, soll aber deutlich mehr leisten. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig: "Angebote von Vereinen oder Initiativen könnten in bisher leeren Schaufenstern vorgestellt werden", schwebt Anja Holub vor. So könnten einerseits leerstehende Geschäfte wiederbelebt und Vereine eine Präsentationsfläche in der Stadt erhalten. Aber auch Netzwerktreffen im Treffpunkt des Projektes - in der ehemaligen Touri-Info in der Schmiedestraße - sind angedacht. "Wir sind deshalb auf der Suche nach Strippenziehern in Weißwasser", sagt Anja Holub, "die sich für Projekte und Vereine engagieren."

Mit Fotos, Videos und Collagen sollen diese vorgestellt und sichtbar gemacht werden. "Gerade Menschen, die für ihr Engagement vielleicht zu wenig Zuspruch finden, sollen so eine Stimme bekommen", deutet Anja Holub an.

Sie ist 2008 der Liebe wegen von Mittelsachsen nach Weißwasser gezogen, hatte keine Vorstellung davon, was Weißwasser zu bieten hat. "Mein Mann ist aus Weißwasser. Er sagte mir, es ist sehr schön dort. Und er hat Recht", gibt die junge Frau zu verstehen.

Was Anja Holub und Anett Felgenhauer in der Glasmacherstadt aber fehlt, ist eine Veranstaltungsplattform für die Bürger und Vereine. Deshalb wollen die beiden Konzerte, Ausstellungen, Spiel- und Mitmachangebote, die es in Weißwasser und Umgebung zweifellos gibt, zusammen getragen. "Dann weiß jeder, was, wann und wo etwas los ist", erklärt Anett Felgenhauer.

Am Freitag, dem 27. Januar ab 17 Uhr, wollen die Frauen sich und ihr Projekt in den ihnen zur Verfügung gestellten Räumen in der Schmiedestraße vorstellen. Dazu sind alle "Strippenzieher", aber auch Bürger und Interessenten eingeladen. Wer vorher Kontakt zu den beiden aufnehmen will, kann dies per E-Mail unter sichtbar-wsw@web.de machen.

Zum Thema:
"Neulandgewinner - Zukunft erfinden vor Ort" ist eine Initiative der Robert-Bosch-Stiftung in Berlin. Dort können sich Bürger, Vereine und Initiatiben bewerben, die gemeinnützig agieren und die Lebensqualität der Menschen im ländlichen Raum verbessern.Aus 100 Bewerbern wurden zwei Projekte in Weißwasser ausgewählt und gefördert. Neben "sichtbar" ist wird Soziale netzwerk Lausitz ebenfalls gefördert.