„Zeugnisse der Geschichte fördern die Erinnerung an die deutsche Vergangenheit“, so Segger. „Dabei denke ich besonders an spätere Generationen“, unterstrich er. Nicht ganz ohne Stolz wies er auf die bisherigen Instandsetzungsarbeiten an den Grabanlagen hin und gab auch einen Einblick in die noch anstehenden Umgestaltungsarbeiten: „So werden am sowjetischen Ehrenmal die drei noch vorhandenen originalen Grabsteine wieder aufgestellt. Das Schweig-Grab bekommt zum Beispiel eine Umrandung.

Renate Eichelbaum aus Berlin ist nicht nur von der Gestaltung des Gedenkpfades beeindruckt: „Die ganze Anlage ist gepflegt und strahlt Besinnlichkeit aus.“ Katrin Stengel kann ihre Tränen kaum unterdrücken. Regungslos kniet die junge Frau am Ehrengrab von Joseph Tudyka, der das Leben einer jungen Jüdin rettete und so sein eigenes Leben riskierte. Einer der Helden Weißwassers. Auf dem Friedhof haben noch einige solcher Helden ihre letzte Ruhestätte gefunden. Ehrenwerte Bürger, Kaufleute, Soldaten, Juden und Russen. Damals teilweise Feinde, liegen sie heute friedlich beieinander, verbunden durch den Pfad des Gedenkens.

Ehrenamtliche Denkmalpfleger aus Weißwasser unter der Regie von Günter Segger hatten im Jahre 2003 die Idee, die Gedenkstätten der gefallenen Soldaten aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, den Ehrenhain der Kämpfer der revolutionären Arbeiterbewegung, den jüdischen Friedhof und das Sowjetische Ehrenmal durch einen Gedenkpfad miteinander zu verbinden.

„Diese Teilobjekte sind Zeugnisse der Geschichte und bekunden die Grausamkeit von Krieg, Verfolgung und Vertreibung“, sagt Denkmalspfleger Uwe Mühle. Joachim Rehle