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Auf das Muskauer Neue Schloss geschaut

Tibor Horvath mit seiner Drohne vor dem Neuen Schloss.
Tibor Horvath mit seiner Drohne vor dem Neuen Schloss. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Die Luftbilder, die Tibor Horvath vom Muskauer Park gemacht hat, kommen im Internet sehr gut an. Dieses Interesse freut den jungen Mann, hat er es doch in diesem Maße gar nicht so erwartet. Regina Weiß

So müssen sich Vögel fühlen, wenn sie über dem Neuen Schloss in Bad Muskau kreisen. Langsam schwebt man als Betrachter über die Dächer, den Innenhof, den Schlossteich. 1,30 Minute dauert der Flug. Dafür muss man in kein Flugzeug oder einen Heißluftballon steigen. Man kann einfach vor dem Computer sitzen bleiben.

Aufnahmen mit der Drohne, die der Bad Muskauer Tibor Horvath eingefangen hat, machen es möglich. Seit mehreren Jahren ist der 36-jährige Mann als freiberuflicher Mediendesigner tätig. Nach Maurer und Maler hat er im kreativen Bereich sein Betätigungsfeld gefunden. Seine Hauptwirkungsstätte hat er "noch" in Berlin, in seiner Heimat Bad Muskau quasi eine Zweigstelle. Gern würde er hier dauerhaft arbeiten. Dafür muss sein selbst gestellter Plan aufgehen. Aufnahmen aus der Vogelperspektive, also Bilder, die mittels Drohnen entstehen, sollen möglichst ein berufliches Standbein werden. Als Referenzobjekt hat er sich das Muskauer Schloss ausgeguckt. "Es ist doch naheliegend, wenn man das schönste Motiv fast vor der Haustür liegen hat", erzählt er.

Entstanden sind nicht nur Videoaufnahmen, sondern auch Fotos. Sie tragen nun die Bilder vom Muskauer Park in die weite Welt hinaus. Innerhalb weniger Tage hatten den Beitrag rund 35 000 Betrachter gesehen. Für Tibor Horvath eine wahnsinnige Reichweite. Der Film, der bei youtube und auf der Facebookseite des Mediendesigners zu sehen ist, hatte mehr als 1000 Aufrufe und bekam tolle Kommentare. Der Film sei beeindruckend und super, heißt es beispielsweise im Netz. Die Bilder sind nominiert für märchenhaft Momente, so ein weiteres Lob. Andere Facebook-Nutzer freuen sich, so der alten Heimat wieder einmal ganz nah sein zu können. Über diese Reichweite und den Zuspruch freut sich Tibor Horvarth sichtlich, hatte er doch nicht ganz damit gerechnet. Und er hofft, dass sich der ganze Einsatz auch auszahlt.

Denn für den hat er ordentlich investieren müssen. Die Drohne, mit der die besagten Aufnahmen entstanden sind, ist eine für Profis. Erste Flugversuche hat er des Übens willen aber erst einmal mit einem Einsteigermodell absolviert. Auslöser war ursprünglich, dass er mal weg wollte von der Arbeit am Computer. Dort beschäftigt er sich beruflich mit Grafik- und 3D-Druck-Design, zum Beispiel mit Ersatzteilen für Oldtimer.

Nun steuert er ein 4,5 Kilo schweres Modell in der Luft. Das passt gut und gern in einen großen Reisekoffer. "Es ist ein fliegendes Stativ", erklärt er. Es wird GPS-navigiert und hält so seine Position ziemlich exakt. Natürlich habe er trotzdem sich erst reinfuchsen müssen, alles ausprobiert und gelernt. Natürlich müsse er bei aller Technik auch ein Auge fürs Motiv haben. Das kann Tibor Horvath übrigens gleich am Tablet vor seinen Augen überprüfen.

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