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Auch Weißwasser hat eine Tropfstein-Höhle

Blumen gab's von Andreas Lysk schon beim Fest für René Glowna (r).
Blumen gab's von Andreas Lysk schon beim Fest für René Glowna (r). FOTO: igt
Bundestagskandidat Tino Chrupalla (AfD) erklärt, dass er die Hälfte von dem, was er in Zeitungen liest, einfach nicht erlebe. Den Begriff "Lügenpresse" hatte er jedoch im RUNDSCHAU-Interview nicht in den Mund genommen, beabsichtigt der aus der NS-Zeit stammende Begriff doch, dass Medienschaffende bewusst lügen würden

(Anm. d. Redaktion: Gelogen wird unseres Wissens nach am häufigsten in Familiengerichten). "Ich habe den Glauben an die freie Presse noch nicht verloren", sagt er. Den Gegenwind, den seine Partei erfährt, führt er auf die Forderung zurück, die GEZ abschaffen zu wollen. Allerdings, das bestätigte ein RUNDSCHAU-Leser am Telefon nach der Interview-Veröffentlichung in dieser Woche, gebe es weitaus triftigere Gründe, der AfD Gegenwind entgegenzublasen. "Bei Aussetzung der Gewerbesteuer im Grenzgebiet hilft das vielleicht den Unternehmen, aber wie sollen die Städte und Gemeinden dann noch ihre Pflichtaufgaben wie Brandschutz, Schule oder Jugendhilfe umsetzen, wenn diese kaum noch etwas einnehmen?"

Als Bundestagsabgeordnete Caren Lay (Linke) sich in dieser Woche den Neufert-Bau in Weißwasser angesehen hat, kam sie im Obergeschoss des ehemaligen Lagerhauses ins Schwärmen. "Hier ließe sich doch wunderbar eine Wohnung oder ein Loft einrichten", sagte sie. Da ergriff Landtagsabgeordnete Karin Kagelmann das Wort: "Stimmt, das wäre wirklich etwas." Die RUNDSCHAU hätte da einen Vorschlag: Das Gebäude kaufen und sanieren, dann lässt sich auch darin wohnen. Momentan allerdings läuft nach jedem Regen das Wasser bis ins Erdgeschoss, was Gregor Schneider vom Neufert-Bau Trägerverein zu der Bemerkung veranlasste: "Hereinspaziert in die Tropfstein-Höhle."

Ob sich die Fahrt nach Berlin gelohnt habe, wollte die RUNDSCHAU am Donnerstag von Landrat Bernd Lange (CDU) wissen. "Bei den Summen würde ich jeden Tag nach Berlin fahren", erklärte er schlagfertig. In seinem Dienstwagen transportierte er da schließlich rund 64 Millionen Euro. Nicht in Geldscheinen, aber als Fördermittelbescheid für den Breitbandausbau.

Weißkeißels Bürgermeister Andreas Lysk (parteilos) nutzte den Beginn der Sonderratssitzung am Donnerstag, um Gemeinderat und Wehrleiter René Glowna nachträglich zum 40. Geburtstag zu gratulieren. "Der wurde ja beim Dorffest gemeinsam mit den polnischen Kameraden gebührend gefeiert", so Lysk mit einem Lachen. Der so Angesprochene grinste zurück und sagte nur: "Pst, pst."

Mit Blick aufs Dorffest Weißkeißel hat Bürgermeister Andreas Lysk erst mal wenig Worte gemacht. "Ich habe nicht viel zu meckern." Damit hatte er die Lacher im Rat auf seiner Seite. Dann holte er doch etwas aus. Das Fest sei gut gewesen. Wo habe man das sonst noch, dass für die Kinder alles frei sei, auch die Fahrgeschäfte. Er richtete seinen Dank an die Helfer des Festes und die Sponsoren, ohne die das nicht funktionieren würde.