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| 17:23 Uhr

Neptunfest
Auch das Aqua-Team unterstützt Neptun

 Vereinschef René Blümel bereitet sich auf seinen Tauchgang vor.
Vereinschef René Blümel bereitet sich auf seinen Tauchgang vor. FOTO: Gabi Nitsche
Halbendorf . Die Tauchsportler sichern Wettbewerbe auf dem Wasser ab und bieten Schnuppertauchen an. Von Gabi Nitsche

Den Tauchern vom Aqua-Team geht’s wie Neptun – der Halbendorfer See ist ihr Haus- und Hofgewässer, sagt René Blümel. Seit etwa 19 Jahren hält er die Fäden im Verein zusammen. „Wir haben zwar im Jahnbad Weißwasser einen Stützpunkt, aber der Halbendorfer ist unser Ausbildungsplatz.“ Seit Jahr und Tag folgen sie vor dem Saisonstart der Bitte von Lothar Ahr, Geschäftsführer beim Zweckverband Erholungsgebiet „Halbendorfer See“, und ziehen die Begrenzungsleine für den Nichtschwimmer-Bereich, untersuchen die Uferzone nach Unfallgefahren und Dreck und bergen das. „Seit wir unser Motorboot haben, sind wir noch flexibler.“ Mit anderen – wie zum Beispiel der Wasserwacht – sichern sie mit ihren technischen Möglichkeiten das Geschehen auf dem Wasser beim Neptunfest ab. René Blümel: „Die schwimmenden Plattformen, auf der die Feuerwerker alles für ihr Höhenfeuerwerk montieren, müssen hin- und hergeschleppt, exakt verankert und wieder gelöst werden. Und dabei müssen wir aufpassen, denn in der Mitte geht’s im Halbendorfer See schon ganz schön tief runter.“ Blümel spricht von 30 Metern. Eine Mess-Boje in der Seemitte markiert solch eine tiefe Stelle. „Damit ist das der tiefste See in der Ecke“, so der Weißwasseraner. Beim Badewannenrennen beobachten sie ganz gewissenhaft das Geschehen. „Denn da ist schon so mancher Freizeit-Kapitän samt Besatzung gekentert. Wir bergen in solchen Fällen die Behältnisse.“ Gluck, gluck tauchen die ‚Badewannen‘ ratzfatz unter. Eine schöne Tradition sei es inzwischen, dass die Taucher mit ihrem Boot die Ehre haben, Sonntagnachmittag Neptun und dessen Gefolge zur Taufe zu chauffieren. Geschwindigkeit, und gleich mit mehreren Teams, nehmen die Aqua-Taucher bei der Schlauchboot-Regatta der Feuerwehren auf. „Der Name der Regatta müsste eigentlich lauten ‚…der Feuerwehren und Aqua-Teams‘, aber wir sehen es eher als Ehre an, die Regel bestätigende Ausnahme zu sein“, so Blümel.

Neben diesen Aufgaben wird auch tüchtig die Werbetrommel für das Sporttauchen geschlagen. „Das Schnuppertauchen kommt eigentlich immer ganz gut an bei den Leuten.“ Doch Blümel & Co. haben noch etwas in petto: Helmtauchen. „Das ist für Otto Normalverbraucher aber nur zum Gucken und Staunen. Leute, die wirklich Taucher sind, sind ganz heiß drauf und warten schon immer auf diese Chance.“ Alles in allem sagt Blümel, „ist das Neptunfest eine der größten Veranstaltungen für uns.“

Dank der Kontakte zur Motorrennboot-Szene – Stichwort Frühjahrstraining auf dem Halbendorfer See – werden laut René Blümel beim Neptunfest auch Klassik-Rennboote zu sehen sein. „Und am 5./6.Oktober ist Halbendorf ja Gastgeber für die Hovercraft-EM. Die Piloten rasen mit ihren Luftkissen-Rennbooten dann ja nicht nur auf dem Wasser herum, sondern zu 50 Prozent auch auf dem Land. Beim letzten Training sorgte das schon für Aufsehen hier.“ Wenn es gewünscht ist, bringt sich das Aqua-Team auch dabei ein, sagt der Vereinschef.

Dass die rund siebzig Tauchsportler ansonsten natürlich am liebsten ihrem Hobby frönen, versteht sich von allein. René Blümel entdeckte es 1985 für sich. „Das ist wie dreidimensionales Bewegen. Man ist mitten in der Materie, und wenn Du vergisst, dass Du im Wasser bist, fühlst Du Dich schwerelos wie im Weltall“, schildert der Weißwasseraner emotional seine Empfindungen. „Eine kleine Bewegung, ein Flossenschlag, bringt Dich weit voran.“ Die Motive, warum sich Menschen für den Tauchsport begeistern, seien sehr unterschiedlich. „Einer fotografiert leidenschaftlich gern die Unterwasserwelt, ein anderer ist biologisch interessiert, sammelt Pflanzen, der nächste will nur Fische gucken.“ Dazu braucht es gute Sicht unter Wasser. „Das Gute ist, wir haben hier in der Heimatregion viele schöne Tauchplätze, weil überall Teiche vor unserer Nase sind. Unser Lieblingsgewässer ist deshalb dort, wo gerade Sicht ist.“ An einem der jüngsten Samstage versprach sich das Aqua-Team genau das von der Grube Kurt. Blaugrün schimmerndes Wasser empfing die Sportler. Nach ihrem ersten Tauchgang sagt Dana: „Ab drei Meter ist die Sicht gut, aber ab sieben Meter wird es trüb.“ René Blümel will es jetzt auch wissen, zieht seinen Neoprenanzug an, legt die Ausrüstung an – „das sind schon über 20 Kilo“. Mit Andrzej aus Polen, der seit etwa einem Jahr dem Verein angehört, bildet er heute ein Tauchteam, denn unter Wasser geht es grundsätzlich mindestens zu zweit, sagt Blümel.

Der Verein Aqua-Team hat insgesamt mehr als 100 Mitglieder, darunter 70 Taucher unterschiedlicher Altersgruppen, eine Gymnastik- und eine Reha-Sportgruppe.

 Roland Krautz gilt als Urgestein des Aqua-Teams und war bei so manchem Neptunfest schon im Einsatz.
Roland Krautz gilt als Urgestein des Aqua-Teams und war bei so manchem Neptunfest schon im Einsatz. FOTO: Gabi Nitsche
 Roland Krautz gilt als Urgestein des Aqua-Teams und war bei so manchem Neptunfest schon im Einsatz.
Roland Krautz gilt als Urgestein des Aqua-Teams und war bei so manchem Neptunfest schon im Einsatz. FOTO: Gabi Nitsche

Mehr Informationen auf
www.aqua-team.ev.de

 Vereinschef René Blümel bereitet sich auf seinen Tauchgang vor.
Vereinschef René Blümel bereitet sich auf seinen Tauchgang vor. FOTO: Gabi Nitsche