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Asyl
Gemeinschaftsunterkunft in Weißkeißel schließt

Weißkeißel. Zum 31. Januar 2018 wird die Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende in Weißkeißel geschlossen. „Ich bin überrascht, dies heute hier sagen zu können“, so Weißkeißels Bürgermeister Andreas Lysk (parteilos) am Donnerstag im Gemeinderat. Hintergrund sind die sinkenden Zuweisungszahlen und die Konzentration des Landkreises Görlitz auf Einrichtungen im Süden. Die Unterkunft im ehemaligen Bundesforstamt an der Kaupener Straße war im Februar 2016 mit den ersten Flüchtlingen – damals vorrangig Familien aus Syrien – belegt worden.  Dem war ein Bürgerbegehren von Weißkeißelern gegen die Unterbringung von Asylbewerbern im Ort und Demos contra Asyl vorausgegangen.

Zum 30. September lebten 1168 Asylbewerber im Landkreis Görlitz. Die Prognosen zu den Zahlen hatten noch 2016 deutlich höher gelegen, so die zuständige Dezernentin Heike Zettwitz. Jetzt gebe es die Rolle rückwärts. 68 Belegungswohnungen halte man für Asyl vor. Diese befinden sich in Weißwasser, Rothenburg, Görlitz, Zittau und Löbau. Gemeinschaftsunterkünfte gibt es nach dem Aus für Weißkeißel noch in Markersdorf, Friedersdorf, Niesky, Löbau und Zittau. 2017 wurden dem Kreis 413 Asylsuchende zugewiesen, zehn weitere sollen bis Jahresende kommen. Dabei sind es vorrangig Einzelpersonen, die nun kommen. Über 40 Nationalitäten zählt man derzeit. Die Anerkennungsquote liege bei 20 Prozent. Und davon bleiben höchstens 20 Prozent im Landkreis. Dieser legt seinen Fokus stärker auf das Thema Integration, gibt aber zu, dass die Abstimmungen und die entsprechenden Fördermodalitäten schwierig seien.