Die denkmalgerechte Sanierung der Innenräume läuft im Kromlauer Schloss auf vollen Touren. Doch in einem der Zimmer ist von Bauarbeiten nichts mehr zu spüren. Hier ist Annett Hornschuh dabei, sich ihr Büro einzurichten. Seit knapp 14 Tagen ist die Försterin im Revier Schleife des Forstbezirkes Oberlausitz Schlossmieterin. Spaßige Fragen nach ihrem Titel kontert sie mit einem Lachen und ganz viel Humor.

Am 1. September 2015 hat sie die Nachfolge von Revierförster Bernd Ganick angetreten. "Ich finde, dass das Büro in Kromlau zentral liegt und gut erreichbar ist", erklärt sie. Schließlich ist sie Ansprechpartnerin für mehr als 1000 Waldbesitzer zwischen Mulkwitz und Bad Muskau. Rund 4000 Hektar groß ist das Revier, das an Polen und Brandenburg grenzt. Derzeit ist sie noch auf Erkundungstour in ihrem neuen Wirkungsbereich. Sie schaut sich die Gegebenheiten vor Ort an, ist im Gemeinderat oder Stadtrat präsent oder sichtet Akten und Karten.

50 zu 50 teile sich die Arbeit einer Revierförsterin in Bürojob und Dienst im Wald auf, sagt die 53-Jährige. Dabei ist sie aber vor allem froh, wieder zurück im Wald zu sein.

Es fing alles in den Sommerferien an. Als Schülerin ging die gebürtige Uhsmannsdorferin in der grünen Lunge vor ihrer Haustür arbeiten. "Es hat mir Spaß gemacht", erinnert sie sich. Daraus wurde eine Lehre zum Forstfacharbeiter mit anschließendem Fachschulstudium. Nach einer Zwischenstation im Raum Dresden ging es 1989 in die alte Heimat zurück. Durch die Funktionalreform in Sachsen wurde Annett Hornschuh zur Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik beim Sachsenforst im Forstbezirk Oberlausitz. Als klar wurde, die Stelle im Norden des Landkreises wird frei, griff Annett Hornschuh zu. Sie möchte nun Ansprechpartner sein nicht nur für die Kommunen, sondern für die vielen Waldbesitzer. Dafür gibt es Donnerstag von 15 bis 18 Uhr eine Sprechzeit im Kromlauer Schloss. Wenn dann in den nächsten Tagen die Telefonleitung steht, wird sie auch unter E-Mail und Telefon erreichbar sein. Sie hofft, die bekannte Rufnummer ihres Vorgängers behalten zu können. Beibehalten will sie auch den Bereich Waldpädagogik. Dafür werde sie mit den Schulen ins Gespräch kommen. Schließlich geht es um die Zukunft des Waldes. Der braucht aktive Waldbesitzer. Wobei Annett Hornschuh da in der jüngsten Vergangenheit Veränderungen bemerkt hat. "Das Bewusstsein für das Eigentum Wald ist gewachsen. Die Leute verkaufen nicht mehr so schnell wie vielleicht noch nach der Wende."