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Arbeitsgruppe räumt Barrieren weg

Weißwasser. Um in Weißwasser mehr Barrierefreiheit zu schaffen, haben Vertreter von Stadtrat und -verwaltung, vom Landkreis sowie Betroffene einen Arbeitsplan erstellt. Noch im März sollen die ersten Barrieren für Geh- und Sehbehinderte aus dem Weg geräumt werden. Daniel Preikschat

Zwei abgesenkte Bordsteine, an der Kita Waldwichtel und in der Boxberger Straße an der richtigen Stelle eingesetzt, dürften Rollstuhlfahrern, Rollatornutzern und Eltern mit Kinderwagen das Leben schon bald spürbar erleichtern. Im Bauausschuss verständigte man sich am Dienstag darauf, dass diese beiden Gefahrenstellen zuerst beseitigt werden müssten. Noch in diesem Monat.

Dem vorangegangen war ein Arbeitstreffen mit anschließendem Rundgang in der vergangenen Woche. Die Stadträte Detlef Wolsch, Hans-Jürgen Beil (jeweils Klartext) und Heinz Schreiber (Linke), die Referatsleiter Thomas Böse und Gerd Preußing, Enrico Musial, ÖPNV-Sachbearbeiter beim Landkreis Görlitz, sowie als Vertreter der betroffenen Menschen mit Behinderung Simone Linke und Silko Hoffmann bilden die Arbeitsgruppe, die sich nun regelmäßig treffen will.

Baureferatsleiter Thomas Böse nannte im Ausschuss außerdem Stellen im Straßen- und Wegenetz der Stadt, wo etwas an den Haltestellen getan werden müsste, so die Glückauf- und Jacobi-Straße sowie die Liebknecht- und Berliner Straße. Auch am Kaufland und am Hotel Kristall habe die Arbeitsgruppe Handlungsbedarf festgestellt.

Detlef Wolsch bat den Referatsleiter, festzulegen, wann dort jeweils Hand angelegt werden soll. Mit wenig Aufwand, sagte er, ließen sich große Erleichterungen erreichen. Wie Silko Hoffmann, selbst auf den Rollstuhl angewiesen, auf RUNDSCHAU-Nachfrage erklärte, ginge es oft nur darum, Gehwege und Borde an den Haltestellen zu begradigen und Riffelsteine für Sehbehinderte mit einzupflastern.

Hinweis auf Busrampen

Für den Ein- und Ausstieg mit Rollstuhl, Rollator oder auch Kinderwagen verfügten die Busse über Rampen. Diesen wichtigen Hinweis habe bei dem Treffen in der vergangenen Woche ÖPNV-Experte Enrico Musial gegeben, hieß es im Bauausschuss weiter. Die Fahrer seien angehalten, die Rampen bei Bedarf auch einzusetzen. Das sei kein Akt der Gnade, sondern in den Arbeitsverträgen festgeschrieben. Dabei stellte sich Silko Hoffmann für einen Busrampeneinsatz-Test zur Verfügung. Gern hole er auch andere Rollstuhlnutzer dazu.

ÖPNV ebenfalls Nutznießer

Detlef Wolsch und auch Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) dankten Linke-Stadtrat Heinz Schreiber ausdrücklich, dass die Stadt aufgrund seines ständigen Nachhakens nun endlich mal "zu Potte" komme in der Sache und sich eine Personengruppe gefunden habe, die sich auch zuständig fühlt.

Silko Hoffmann, der wie Heinz Schreiber ebenfalls eine Liste mit Barrieren für behinderte Menschen erarbeitet hatte, sieht auch den ÖPNV als Nutznießer. Wenn sich die Haltestellen-Situation verbessert, trauten sich mehr ältere und behinderte Menschen, den Bus zu nutzen. Das könnte die Fahrgastzahlen steigern.