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Applaus für historisches Sägegatter

Das von Gunter Schacher bediente Horizontal-Sägegatter begeisterte Dutzende Besucher.
Das von Gunter Schacher bediente Horizontal-Sägegatter begeisterte Dutzende Besucher. FOTO: amz1
Sagar. Mehr als 300 Menschen haben zum Museumstag das Handwerks- und Gewerbemuseum in Sagar besucht. Die Protagonisten vom Förderverein hatten eine besondere Attraktion vorbereitet. amz1

Zum ersten Mal konnten die Gäste das historische Horizontalgatter bestaunen, das erst vor wenigen Wochen mithilfe zweier heimischer Firmen wieder in Betrieb gebracht wurde. Und das ohne einen Plan. Bereits im Jahr 2008 hatte die Nieskyer Stellmacherei Maroske den Sagarern das Exemplar aus den 1920er-Jahren geschenkt. Jetzt können dicke Holzstämme längs in Scheiben geschnitten werden.

Als Gunter Schacher vom Museumsförderverein nach der Schauvorführung den Motor ausstellt, bricht auf einmal tosender Beifall aus. Die Leute sind regelrecht begeistert, mit welcher Präzision Holz zerteilt werden kann.

Aufmerksam verfolgt Sandra Jank aus Weißwasser mit ihren Kindern das Geschehen. "Die Technik im Museum wirkt so ursprünglich, so unverfälscht. Die Einrichtung kann ich nur weiterempfehlen", resümiert die junge Frau. Seit rund einem Jahr sei ihr Vater Werner Jank in der Museumsschmiede tätig. Darauf sei sie sehr stolz.

Die Krauschwitzer Heike und René Frischke sind öfter mal im Sagarer Museum zu Gast. "Die Technik ist immer wieder spannend", erklärt René Frischke. Seine Frau komme wegen der vielen Bekannten gern mit, die sie dort treffe.

Noch bis zum Tag der Deutschen Einheit ist das Museum zu den normalen Öffnungszeiten (dienstags bis sonntags) geöffnet. Die Winterruhe beginnt Mitte November, kündigt Fördervereinsvorsitzender Gotthard Kreisel an. Seine Mannschaft sei heilfroh, dass das neue Sägegatter laufe, ebenso die weiteren Maschinen, die ebenfalls fast 100 Jahre auf dem Buckel haben.

Übrigens jährt sich heute ein besonderes Ereignis. Auf den Tag genau vor 20 Jahren hatte der damalige Weißwasseraner Landrat Erich Schulze die Einrichtung feierlich eröffnet. Früher befanden sich dort ein Sägewerk sowie bis zur Eingemeindung nach Krauschwitz das Gemeindeamt.

In diesem Jahr, so Gotthard Kreisel, haben bis Mitte September bereits gut 2400 Menschen die Einrichtung besucht, den Museumstag noch nicht mit eingerechnet. Knapp zwei Drittel kämen in die Ausstellungen, der "Rest" nutze die vorhandenen Räume für diverse Feierlichkeiten.

Im Gästebuch fänden sich inzwischen Eintragungen aus vielen Ländern Europas. Besonders die Polen wüssten das Museum längst zu schätzen. Nicht zuletzt existiert seit zwei Jahren ein Freundschaftsvertrag zwischen den Sagarern und einem Museum in Sorau (Zary).

Im Handwerks- und Gewerbemuseum direkt an der Ortsdurchfahrt können derzeit 4000 verschiedene Exemplare besichtigt werden. Diese spiegeln zumeist das harte Leben der Menschen in der und um die Muskauer Heide in längst vergangener Zeit wider.