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| 02:56 Uhr

Anzeigenerstatter unglaubwürdig – Richter stellt Verfahren ein

Weißwasser/Hähnichen. Als unhaltbar haben sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Weißwasser Vorwürfe gegen einen Mann aus Niesky erwiesen. Der 47-Jährige soll am 26. April 2012 im Hähnichener Ortsteil Quolsdorf einen Nachbarn vor dem Haus mit einem Schlag ins Gesicht den Unterkiefer gebrochen haben. Daniel Preikschat

Weil bei dem Streit auch noch ein zweiter Mann mit auf das Opfer losgegangen sein und ihm mit einem Tritt den Knöchel gebrochen haben soll, ging es sogar um gefährliche Körperverletzung.

Irgendwann im Verlauf der Verhandlung jedoch schüttelte der Staatsanwalt nur noch den Kopf und regte an, das Verfahren einzustellen. Zwar erschien der Anzeigenerstatter am Mittwoch nicht vor Gericht, um als Zeuge auszusagen. Richter Ralph Rehm konnte jedoch die Begründung für den Freispruch des anderen vermeintlichen Täters vorlesen, da dieses Verfahren schon abgeschlossen ist. Dabei hatte der angeblich Überfallene äußerst dubiose und widersprüchliche Angaben gemacht, die für den Staatsanwalt völlig unglaubwürdig wirkten. Seinem Antrag, den Fall nicht weiter zu verfolgen, schloss sich der Richter an. Für den Angeklagten, der dann gleich nach Hause gehen konnte, kam das einem Freispruch gleich.

Der Angeklagte und seine Lebensgefährtin, die ebenfalls als Zeuge vor Gericht auftrat, hatten sich zuvor wenig schmeichelhaft über ihren ehemaligen Nachbarn geäußert. Ständig betrunken sei er gewesen und habe alle Mitbewohner im Haus belästigt. Sie seien deshalb nunmehr ausgezogen.

Den Anklagevorwurf bestritt der Angeklagte. Es könne gar nicht sein, dass er seinem Nachbarn am 26. April im Streit den Kiefer gebrochen habe. Denn nur vier Tage später sei er beim Tanz in den Mai im Ort mit dabei gewesen und habe um Bier gebettelt. Die Feuerwehr habe den notorischen Trinker aber wieder nach Hause geschickt.