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| 18:38 Uhr

Nochten
Neue Schießbahn kaum zu hören

Während der Frühjahrswanderung 2018 wurde den Besuchern schon mal die neue Schießbahn präsentiert.
Während der Frühjahrswanderung 2018 wurde den Besuchern schon mal die neue Schießbahn präsentiert. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Haide/Boxberg. Die neue Anlage auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz bewährt sich. Von Torsten Richter-Zippack

Die neue Schießbahn auf dem westlichen Teil des Truppenübungsplatzes Oberlausitz misst 2800 Meter in der Länge und 700 Meter in der Breite. Beschossen werden können rund 140 Ziele verschiedenster Art. Dass dies nicht ganz ohne Geräusche vonstatten geht, versteht sich von selbst. Allerdings hat sich die Bundeswehr als Betreiberin der Anlage von Beginn an auf die Fahnen geschrieben, die Lärmbelastung für die Anwohner der umliegenden Dörfer möglichst gering zu halten. Nach Angaben von Thomas Bradel vom Truppenübungsplatz Oberlausitz sind tagsüber 70 Dezibel erlaubt, nachts 65 Dezibel. Diese Größen werden während des Schießens weit übertroffen, weswegen die Soldaten immer mit Gehörschützern ausgestattet sind. Die oberste Schmerzgrenze hat der Gesetzgeber auf 137 Dezibel festgelegt. Diese dürfe die Grenzen des Truppenübungsplatzes nicht überschreiten. Aus diesem Grund sind rund um die Schießbahn 22 Lärmmesspunkte installiert. Über den Sommer wurden die genauen Lärmwerte ermittelt. Die entsprechenden Ergebnisse kommentiert der Kommandant des Übungsplatzes, René Pierschel, so: „Die uns bisher vorliegenden Erkenntnisse bestätigen unsere Planungsergebnisse. Alle Planungsgrundlagen werden eingehalten und während der meisten Schießübungen sogar unterboten. Das ist äußerst positiv, da es zeigt, dass wir hier im Vorfeld genau gearbeitet haben.“ Konkrete Zahlen nennt Pierschel indes nicht.

Beschwerden vonseiten der Anwohner seien dem Kommandanten bislang nicht bekannt geworden. Insbesondere aus den unmittelbar an den Truppenübungsplatz angrenzenden Orten Sprey und Neustadt hatte es im Vorfeld Befürchtungen gegeben. „Bei uns sind keine diesbezüglichen Klagen eingegangen“, sagt der Boxberger Hauptamtsleiter Arian Leffs. Er lobt die gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Die Gemeinde und ihre Bürger würden über Änderungen und Neuerungen auf dem Laufenden gehalten. „Und die Bundeswehr steht uns immer für Fragen zur Verfügung“, erklärt Leffs.

Ins gleiche Horn stößt auch der Neustädter Ortsvorsteher Bernd Gesierich. „Beim Ortschaftsrat Neustadt hat sich bisher noch niemand beschwert“, erklärt der Kommunalpolitiker. Belästigungen gebe es derzeit lediglich durch Motorenlärm und Hubschrauber. Diese hielten sich allerdings in Grenzen. Die Hubschrauber störten indes nur, wenn sie sehr tief und dicht an den Ort heran- beziehungsweise vorbei fliegen.

Laut Kommandant René Pierschel hat sich die neue Schießbahn, deren Bau bereits im Jahr 2013 begann, uneingeschränkt bewährt. „Die Übungstruppe hat uns ausschließlich positive Rückmeldungen nach der Nutzung gegeben. Inzwischen nutzen auch Polizeieinheiten die Anlage westlich der Spree. Pro Tag dürfe sie jeweils acht und maximal vier Stunden nachts genutzt werden. Geschossen werde in erster Linie mit Hand- und Panzerabwehrwaffen. Dabei komme fast ausschließlich Übungsmunition zum Einsatz.

Die neue Schießbahn gilt als Ersatz für die bisherige Anlage unweit der Bundesstraße 115 bei Rietschen. Diese muss mittelfristig dem fortschreitenden Tagebau Reichwalde weichen. Aus diesem Grund hat die Bundeswehr den westlichen Teil des Übungsplatzes in den vergangenen Jahren wieder reaktiviert. Während der diesjährigen Frühjahrswanderung haben rund 200 Bürger die neue Schießbahn unweit der Dorfstelle Tzschelln besichtigt.