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Antreten zum Generationswechsel

Glückwünsche an die neue Wehrleitung gab es von Bürgermeisterin Kerstin Antonius und von Wehrleiter a.D. Bernd Kowalick vor allem für Sohn Stefan.
Glückwünsche an die neue Wehrleitung gab es von Bürgermeisterin Kerstin Antonius und von Wehrleiter a.D. Bernd Kowalick vor allem für Sohn Stefan. FOTO: Ni
Trebendorf. Nach 30 Jahren hat Bernd Kowalick den Staffelstab als Wehrleiter in Trebendorf an den 33-jährigen Thomas Husse übergeben. Der Berufsfeuerwehrmann ist voller Tatendrang. Er will seine Sache genauso gut machen. Gabi Nitsche

Mit Thomas Husse und Stefan Kowalick haben seit Samstag zwei junge Floriansjünger die Verantwortung für die Freiwillige Feuerwehr Trebendorf geschultert. Für den bisherigen Wehrleiter Bernd Kowalick und dessen Stellvertreter Rainer Fabian stand seit langem fest: Nach 30 Jahren an der Spitze ist jetzt Schluss, nun ist die Jugend an der Reihe.

Dafür, dass Bernd Kowalick sich damals von Bürgermeister a.D. nur für ein halbes Jahr verpflichten ließ, und am Ende drei Jahrzehnte daraus wurden, "hagelte" es am Samstagabend unzählige Dankesworte. Und nicht nur das. "Vadder, wir haben für Dich und Raini eine Überraschung", kündigte Sohn Heiko an, seit Jahren ebenfalls in der Ortswehr. Merkel, Trump und Putin hätten leider abgesagt für den Abend, aber nicht die, die den beiden all die Jahrzehnte wichtig waren, wenn es um Brandschutz, Einsätze und Kameradschaft ging. Viele langjährige Mitstreiter wandten sich in dem Clip mit persönlichen Worten an Kowalick und Fabian. Die verfolgten mal gerührt, mal schmunzelnd, mal laut lachend die Präsentation. Überraschung gelungen. Und weil es so schön war, legte die FilmArt-Crew noch eins drauf. Auf die Idee hatte sie Bürgermeisterin Kerstin Antonius gebracht - ein 34minütiger Streifen mit dem 55-jährigen Bernd Kowalick als Hauptdarsteller. Um diesen rangten sich viele Episoden seit 1998. Doch bei weitem ging es nicht nur um den gebürtigen Mühlroser, sondern um die Trebendorfer Feuerwehr als treibende Kraft in der Gemeinde, die dem Dorf Rückhalt gab und gibt sowie wesentlich dazu beiträgt, sorbische Traditionen zu erhalten. Das betonten die Filmemacher, genauso wie Gemeindechefin Kerstin Antonius. Den Einsatz von Kowalick und Rainer Fabian nannte sie "unermüdlich". 30 Jahre hätten diese für die Feuerwehr gelebt, nicht nur sie, sondern deren ganze Familie. "Beide haben sich intensiv für die Entwicklung der Wehr eingesetzt, die sich wirklich sehen lassen kann. Immer wurde das Private zurückgestellt."

Der scheidende Wehrleiter hatte sich bereits beim letzten Dienst von den Kameraden als Chef verabschiedet. Deswegen meinte er Samstag nur kurz und bündig: "30 Jahre - danke, dass ihr mich so lange ertragen und unterstützt habt. Es war eine sehr intensive Zeit, die mich viel gelehrt hat." In seinem Rechenschaftsbericht für das Jahr 2016 mit 23 Einsätzen schwang eine gehörige Portion Stolz auf die Kameraden mit. Stolz auf den Ausbildungsstand, auf die 15 Atemschutzgeräteträger - "das ist top bei der Größe der Wehr" - auf die technische Ausstattung, die sechs Berufsfeuerwehrleute in den Reihen und auf alle, die Trebendorf über den Feuerwehrsport einen guten Namen verschafften. "Feuerwehrsport ist eine starke Wurzel. Seit über 30 Jahren sind wir ununterbrochen eine Macht und konnten viele Kameraden darüber für die Feuerwehr begeistern", sagte Bernd Kowalick. Nicht weniger stolz zeigte sich der Trebendorfer, was die Jugendwehr angeht. Mit zwölf Mitgliedern ist sie nach wie vor eine der stärksten in der Region. In diesem Jahr feiern die Floriansjünger den 50. Geburtstag vom Nachwuchs.

"Schon sind 30 Jahre vorüber", stellte Rainer Fabian trocken fest und ergänzte: "Dass ich nicht ‚endlich' sagen muss, dafür möchte ich mich bei Euch bedanken." So wie sein Chef spannte Fabian den Bogen von den Mitstreitern über Gemeinderat, Bürgermeisterin und Bürgermeister a.D. "Wir waren nicht immer einer Meinung. Aber wenn es um die Wehr ging, dann haben wir zusammengehalten."

Dieser Wunsch richtet sich nun an die nachfolgende Generation an der Spitze der Ortswehr. Die Anwesenden hatten sich auf eine offene Wahl verständigt. Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen hat die absolute Mehrheit Vertrauen in diese Kameraden: Wehrleiter Thomas Husse, Stellvertreter Stefan Kowalick, Gerätewart Christian Struck und dessen Stellvertreter Christian Vieweg. Bereits langjährige Erfahrung bringen Jugendwärtin Francy Gärtig und Stellvertreter Jens Mäkelburg mit.

Wie sagten Bernd Kowalicks Söhne augenzwinkernd in dem Videoclip an die Adresse ihres Vaters und Rainer Fabian? Heiko Kowalick: "Danke, nun lasst mal alle Fünfe gerade sein. Das passt schon." Stefan Kowalick: "Na endlich! Wir sägen schon lange an Euren Stühlen . . ." Doch ganz so ruhig wird es nicht. Die beiden halten noch einige Monate die Fahnen als Gemeindewehrleiter hoch, bleiben der Ortswehr als Kameraden mit ihrem Erfahrungs- und Wissensschatz erhalten. Und Ortswehrleiter a.D. auch als leidenschaftlicher Sportsmann bei den Trebendorfer Oldies.

Zum Thema:
Zur Feuerwehr gehören 46 Kameraden, darunter 30 in der aktiven Abteilung. Vier Frauen sind dabei. Die 16 Grauen Panther um Helmut Lysk bringen ihren Erfahrungsschatz weiterhin ein. Zu Beginn der Jahreshauptversammlung wurde den verstorbenen Kameraden gedacht, insbesondere Max Socke. Dieser leitete die Ortswehr zwanzig Jahre bis 1987.