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Ansturm auf die Ostereierverstecke

Die Waldeisenbahn trifft ein – das Spektakel im Kromlauer Park kann beginnen.
Die Waldeisenbahn trifft ein – das Spektakel im Kromlauer Park kann beginnen. FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Kromlau. Die traditionelle Ostereiersuche an der Waldstation im Park von Kromlau ist mit der Saisoneröffnung der Waldeisenbahn Muskau verbunden worden. Petrus schickte mal für ein paar Stunden keinen Regen. So wurde es auch meteorologisch gesehen ein Vergnügen. Ingolf Tschätsch

Pünktlich um 10.35 Uhr fährt Lokführer Daniel Lange mit dem Dampfross der Waldeisenbahn in den Haltestellenbereich der Waldstation Kromlau ein. Zur Saisoneröffnung der Schmalspurbahn hat er an diesem Sonnabend die Fahrgäste von Weißwasser zur Ostereiersuche in den Kromlauer Park gebracht.

Zusammen mit Wuschel, dem Maskottchen der Bahn, strömen viele Kinder mit ihren Eltern, Omas und Opas aus den Waggons auf das Gelände und nehmen es sofort in Beschlag. Es gibt kein Halten, eine offizielle Eröffnung ist nicht mehr möglich. Alle wollen nur noch eins - die versteckten Ostereier suchen. "Wir haben rund 150 Beutel mit mehr als 300 Eiern und Süßigkeiten verpackt", erklärt Wilfried Krause, der Vorsitzende des Heimatvereins Kromlau, in dessen Händen auch in diesem Jahr die Veranstaltung liegt. "Die Süßigkeiten hat die Gemeinde bezahlt. Heike Flieger, die Leiterin der Geflügelzucht Jämlitz/Gablenz der Prohav Halbendorf, bewies erneut ein Herz für die Kinder und stellte alle Eier zur Verfügung. Insgesamt 420, also auch die, die wir für das Waleien brauchen", so Wilfried Krause.

Das große Suchen ist in vollem Gange. Für den kleinen Ted Kerber aus Gablenz ist das alles noch neu und wahnsinnig spannend. Der 16 Monate alte Junge ist das erste Mal dabei. Klar, dass er da noch an die Hand von Mutter Nicole gehört. Stolz können die beiden den gerade gefundenen Beutel mit den Eiern präsentieren. "Schön, dass der Heimatverein so etwas auf die Beine stellt. Eine feine Sache", sagt die junge Frau. Der zweijährige Timon Schlowag und sein fünfjähriger Bruder Jannick aus Berlin haben ebenfalls - unterstützt von der Oma - ein Versteck des Osterhasen aufgespürt.

Mit Musik und Spielen

Angerückt sind auch aus Weißwasser das Spielmobil und die Station Junger Techniker und Naturforscher. Sie unterhalten mit ihren Angeboten die Kinder. Die Erwachsenen lauschen derweil den Klängen der Reichwalder Blasmusikanten - bereits gute alte Bekannte bei der jährlichen Ostereiersuche in Kromlau -, lassen sich Gegrilltes, Bier oder Kaffee und frisch gebackenen Kuchen von den Frauen des hiesigen Kreativ-Vereins schmecken.

Sorbische Bräuche

Im Gebäude der Waldstation geht es ebenfalls österlich zu. Dort kann man Sylvia Döhnert aus dem Ort beim kunstvollen Eierverzieren zusehen, während ihr Mann Klaus den jüngsten Besuchern Anleitung beim Bemalen gibt. Als dann Ilse Walter aus Halbendorf zum Mitmachen beim alten sorbischen Brauch des Waleiens einlädt - Eierrollen auf einer abschüssigen Bahn - erlebt das Fest einen weiteren Höhepunkt.