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Angeklagte bestreiten Anlagebetrug in Millionenhöhe

Arbeitsplatz im Büro
Arbeitsplatz im Büro FOTO: Trischberger Rupert (36933984)
Görlitz.. Eine Anlagebetrug in Millionenhöhe wird seit Dienstag im Landgericht in Görlitz verhandelt. Opfer sind größtenteils Oberlausitzer. Am zweiten Verhandlungstag haben sich die beiden Beschuldigten nun erstmals geäußert – mit überraschenden Aussagen. Bodo Baumert

Die beiden Angeklagten, ein 35 Jahre alter Berliner und ein 40 Jahre alter Leipziger, sollen nach Auffassung der Staatsanwaltschaft über ein Vertriebsnetz von 135 Vermittlern in Deutschland über 100 Anleger betrogen haben, die meisten davon aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen. Die Anleger hatten im Vertrauen auf Renditen zwischen 0,7 und vier Prozent ihr Geld an die angeblich in London ansässigen und mit namhaften Investmenthäusern verbundenen Männer gegeben.

Im Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer haben die beiden Beschuldigten nun zwar eingeräumt, das Geld von den Anlegern genommen zu haben. Für den Betrug wollen sie aber nicht verantwortlich sein. Sie hätten das Geld an einen Dritten weitergegeben, der versprochen hatte, das Geld vernünftig anzulegen. So berichtet es Landgericht-Sprecher Jörg Küsgen auf Nachfrage. "In wie weit das glaubhaft ist, muss nun die Kammer klären", so Küsgen.

Für die nächsten Verhandlungstage ab Donnerstag sind nun erst einmal Zeugen geladen. Darunter befinden sich auch Geschädigte, die den beiden vermeintlichen Finanzberatern Einlagen zwischen 2100 Euro und 100 000 Euro geleistet hatten. Die Gesellschaft soll insgesamt über 1,6 Millionen Euro von den Anliegern erhalten haben.

Tatsächlich seien keinerlei Renditen erwirtschaftet worden; die an die Gesellschaft in London geflossenen Gelder seien nicht mehr vorhanden. Damit sei den Anlegern insgesamt ein Schaden in Höhe von 1,6 Millionen Euro entstanden, hatte das Gericht zuvor mitgeteilt.