Das Training fand auf dem Turnerheimplatz statt, der aber ab den 60er Jahren mehr und mehr von den Fußballern in Beschlag genommen wurde. Bis zum Bau des Tierparks wichen die Leichtathleten auf den dortigen alten MTV-Sportplatz aus, anschließend trainierten sie auf einer Waldlichtung. Entgegen dieser widrigen Bedingungen konnte sich in den fünfziger Jahren eine sehr erfolgreiche Sportlerin entwickeln. Es war Thea Jeschke, die zum Beispiel 1953 in den Disziplinen Kugelstoßen, Dreikampf, Weitsprung, Diskus, 100-Meter-Lauf und Hochsprung jeweils den ersten Platz auf Kreis- und Bezirksebene belegte, ein großer Erfolg. Im Jahr 1961 fand unter 65 Teilnehmern ein großes Leichtathletiksportfest auf dem Turnerheimgelände statt. Dieses Ereignis brachte dem Verein viele neue junge Mitglieder, die Mitte der 60er Jahre in der Jugendmannschaft sehr erfolgreich waren. In dieser Zeit, 1965, gründete der Sportlehrer Wolfgang Petsch mit einigen Kolleg en einen Leichtathletik-Stützpunkt. Hier wurden begabte Schüler gefördert, die anschließend allerdings zu den Elitesportklubs des Landes delegiert werden mussten und der Weißwasser Sektion nicht mehr zur Verfügung standen. Zur Einweihung des Stadions „20. Jahrestag“ mit einer schönen Rasenfläche und einer 400-Meter-Bitumenlaufbahn testeten die Jugendlichen diese, mit 1500- und 800-Meter-Läufen. Ab 1970 konnten die Leichtathleten auf dem Kleinfeldsportplatz an der Heinrich-Heine-Straße trainieren, bis sie im Jahr darauf als Sektion in die Turn- und Sport-Gemeinschaft (TSG) Boxberg aufgenommen wurden.

Turner- und Gymnastiksektion
Nach dem Krieg begannen die Turner in der neugegründeten Sektion „Turnen und Gymnastik“ der Betriebssportgemeinschaft Chemie Weißwasser-Ost wieder mit dem Training. Bald konnte sich Thea Jeschke auch hier als sehr erfolgreiche Sportlerin herauskristallisieren. Bei den Massenübungen 1951 in Leipzig unter dem Motto „Aus Stahl wird Brot“ nahmen mehrere Sportler, darunter auch Walter Hottas aus Weißwasser teil.
Ab 1969 gab es ein Trainingszentrum Turnen in der Stadt, wo besonders begabte Kinder in dieser Sportart gefördert wurden. Nach Absolvierung dieser Hochleistungsschule und weiterer Auswahl kamen sie zum Sportclub Cottbus, in die Kinder- und Jugendsportschule. Im Jahr 1978 löste sich das Trainingszentrum wieder auf und nur die Sektion Geräteturnen blieb bestehen.
Besonders die Sportarten Minitramp, Akrobatik und Trampolin bildeten anschließend eine Sportwerbegruppe unter den Übungsleitern Georg und Holger Walscheck.
Die Gymnastiksektion wurde aus der Frauen-Gymnastik-Gruppe eins der BSG Chemie Weißwasser-Ost im Jahr 1965 gegründet. Leiter dieser Formation war Walter Hottas, später Christa Schönwälder und Gisela Johne. Hier trieben zwanzig Sportfreundinnen gesund erhaltene Bewegungsarten, was sich bald positiv herumsprach. Viele Begeisterte kamen und es entstand im Jahr 1972 eine zweite Frauen-Gymnastik-Gruppe, die der BSG Chemie Weißwasser-West mit dem Trägerbetrieb Bärenhütte, unterstand. Die anfangs 35 Mitglieder wurden von den Leiterinnen Ursula Gasse und Annelies Tusche redlich betreut. Aber auch das reichte nicht aus, weitere Interessentinnen baten um Aufnahme in die Gruppe. Eine Dritte musste am 3. September 1993, mit 21 Mitgliedern, unter Leitung von Manfred Striemann etabliert werden.

Die Tennisspieler
Anhänger der Sportart Tennis, die bereits vor dem Krieg in Weißwasser als Verein bestanden, bereiteten die Tennisanlage an der Hegel promenade zwischen Friedhof und der heutigen Heinrich-Hertz- und Juri-Gagarin-Straße gelegen, wieder in einen benutzbaren Zustand. Im September 1952 kam es zur Gründung der Sektion Tennis in der BSG Chemie Weißwasser-Mitte unter Leitung von Georg Kaufhold. Gespielt wurde auf zwei Plätzen, die vom ehrenamtlichen Platzwart Herbert Scholta mit viel Engagement gepflegt wurden. In den fünfziger Jahren kämpften sich die Männer von der Bezirksklasse in die Bezirksliga. Die Jugendgruppe erreichte in ihrem Bereich den Meistertitel und die Frauen verblieben in der Bezirksklasse. 1959 löste Klaus Scholta den Vorsitzenden Georg Kaufhold ab. Die Sektion Tennis der Sportgemeinschaft Chemie Weißwasser-Ost gründete sich 1953. Leiter wurde hier Heinz Franke, anschließend Norbert Britze. Die 15 Mitglieder der Sektion trainierten auf dem Zementplatz gegenüber der Kegelbahn an der Wolfgangstraße, wo zuvor, w* amp*auml;hrend des Krieges, eine Unterkunftsbaracke für Zwangsarbeiter stand. 1956 wurde der Zementuntergrund durch Ziegelmehl ersetzt, was eine entscheidende Spielverbesserung bedeutete. Auch die Sportler von Chemie-Ost spielten in der Bezirksliga.
Durch die im Jahr 1969 vollzogene Kombinatsbildung „Lausitzer Glas“ , wo die beiden Trägerbetriebe Bärenhütte und Oberlausitzer Glaswerke (OLG) zusammengeführt wurden, erfolgte auch die Vereinigung der beiden Betriebssportgemeinschaften Chemie-Mitte und West. Damit entstand eine neue Tennis-Hochburg in der Lausitz. Wogegen die Betriebssportgemeinschaft Chemie Weißwasser-Ost als eigenständige Sektion weiterhin erhalten blieb.
Als großer Erfolg wurde der Bezirksmeistertitel der Herren im Jahr 1979 gewertet und auch der Vorsitzende Klaus Scholte engagierte sich überdurchschnittlich bei der Nachwuchsgewinnung. Sein frühes Ableben 1983 führte Kuno Seidel in sein Amt, der 1986 von Herbert Schulze für zwei Jahre abgelöst wurde. Die schön gelegene Tennisanlage an der Hegelpromenade musste zugunsten des Neubaugebietes Weißwasser-Süd im Jahr 1972 abgebrochen werden. Als Äquivalent entstanden ein Jahr darauf im Freizeitpark drei Tennisplätze und zwei Faustballplätze neu. 1988 wurde Regina Noack Vorsitzende dieser Sportgemeinschaft und Anfang 1990 spielten unter der neuen Vereinsbezeichnung Grün-Weiß vier Mannschaften in der Sachsenliga. Zur Jahrtausendwende kämpfen zwei Herrenmannschaften erfolgreich in Punktspielen.

Die Schach-Spieler
Im Jahr 1952 entstand, unter der BSG Chemie Weißwasser-Mitte, die Sektion Schach, die anfangs aus 36 Mitgliedern bestand. Im Jahr 1961 gewannen die Weißwasseraner Spieler den ersten Kampf in der Kreisliga gegen die Schleifer Schachfreunde. Leider wollten die älteren Mitstreiter den Aufstieg in die Bezirksliga, wegen der damit verbundenen Strapazen nicht in Angriff nehmen und so ging die Sektion vorerst in den Ruhestand. Dennoch schafften es einige wenige Freunde des königlichen Spiels, nach der politischen Wende, im Sommer 1990, sich unter dem Sportverein Grün-Weiß wieder neu zu beleben In den folgenden Jahren konnte die Schachabteilung unterschiedliche Erfolge erzielen. Besonders die Leistungen einiger Nachwuchsspieler brachten dem Verein große Beachtung. Im Jahr 1999 schaffte die Schachmannschaft nach zweijährigem Aufenthalt in der 2. Bezirksklasse den Aufstieg in 1. Bezirksklasse. Diese Errungenschaften blieben nicht unbeachtet bei den Weißwasseranern, der Zulauf ließ nicht lange auf sich warten und eine zweite Schachmannschaft konnte gebildet werden.

Die Volleyballer
Im Jahr 1952/ 53 wurde auf Initiative des Sportinstrukteurs des Glaswerkes Bärenhütte, gemeinsam mit einigen Glasmachern und Mitarbeitern der Betriebsverwaltung, eine Volleyballsektion im Rahmen der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Chemie Weißwasser-West gegründet. Während der Pausenzeiten im Glaswerk wurde diese Sportart auf einem benachbarten Platz am dortigen Ledigenwohnheim gern betrieben. Da das Glaswerk Bärenhütte Trägerbetrieb der BSG war, lag es nahe, eine solche Sektion zu bilden. Kurze Zeit später gründete sich auch in den Oberlausitzer Glaswerken (OLG) eine solche Mannschaft, die aber zur BSG Chemie Weißwasser-Mitte zählte. Als bemerkt wurde, dass die Existenz einzeln schwer war, schlossen sich beide Sektionen im Jahr 1956 zur BSG Chemie Weißwasser-Mitte zusammen. Das erfolgte deswegen, weil die OLG-Mannschaft sich in der Trägerschaft des Glaswerkes für die BSG Ch emie Weißwasser-Mitte befand und auf dem Fabrikgelände des ehemaligen Holzverkohlungswerkes, was zu dieser Zeit zur Glashütte OLG gehörte, einen guten Trainingsplatz besaß. Der erste Erfolg dieser Vereinigung war der Bezirksmeistertitel der Mädchenmannschaft im Jahr 1958/59. Zu dieser Zeit entstand an der Hegel promenade in der Nähe des Friedhofes, heut Heinrich-Hertz-Straße, ein Volleyball-, Faustball und Tennisplatz. Hier wurde eine Frauenmannschaft der BSG Chemie Weißwasser-Ost aufgebaut. Anfang der siebziger Jahre spielte eine Männer- und Frauenmannschaft in der Kreis- und in der Bezirksliga. 1974 löste sich die Männermannschaft auf, die Frauen blieben weiterhin bestehen. Nach einigen Jahren fanden die Männer wieder gefallen an diesem Sport und so bildete sich im Jahr 1984 eine neue, eine gemischte Frauen und Männermannschaft. Aber auch das war keine perfekte Lösung. Die Frauen blieben unter sich und so spielten seit 1994 eine Frauenmannschaft in der Bezirksliga und eine weitere in der Kreisklasse. Als Trainingsstätte wurde die Turnhalle der 6. Grundschule in der Heinrich-Hertz-Straße genutzt. Die Männermannschaft spielt derzeit in der Kreisklasse und seit dem Jahr 1998 bestand auch eine Jugendmannschaf t.

Zeittafel Die Faustballer
1949
Die älteren Faustballer beginnen wieder mit dem Spielbetrieb am Turnerheim. Unter ihnen sind Herbert Bornack, Paul Bittner, Hugo Rösner, Gebr. Lehmann, Kurt Schuster, Walter Feige, Fritz Walsch und Bruno Scholz, die den Mannschaftsstamm bilden.
1953
Nach der Gründung der BSG Chemie Weißwasser wird einmal in einer Mannschaft Weißwasser-Mitte und in einer zweiten Weißwasser West/ Ost gespielt. Hier entwickelt sich unter den beiden Männermannschaften ein harter Wettbewerb. Abwechselnd belegen beide mal den ersten und dann wieder den zweiten Platz. Es entsteht eine ungewollte Rivalität, die dazu führt, dass der Aufstieg in die DDR-Liga mehrmals vertan wird. Das ändert sich erst 1969 mit dem Zusammenschluss der Chemie-Vereine West und Mitte, zu den Faustballsektionen Chemie Mitte (II) und Chemie West (I). Gleich darauf gelingt der vereinten ersten Mannschaft der Aufstieg in die DDR-Liga und die zweite verbleibt in der Bezirksliga.