Von Christian Köhler

Nun ist es amtlich: „Wir schließen die Touristeninformation in Weißwasser zum 31. Mai“, erklärt Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf. Trotz intensiver Bemühungen sei es dem Verein nicht gelungen, die seit 2010 im Auftrag der Stadt Weißwasser vorgenommene Betreibung der Touri-Info nebst dem Servicecenter der LAUSITZER RUNDSCHAU fortsetzen zu können. „Wir sind dabei, für die LR einen Ersatz zu finden“, erklärt Frank Schwarzkopf auf Nachfrage.

Die Schließung der Touri-Info und des Ticketverkaufs habe mehrere Gründe, vor allem aber finanzielle sowie personalle: Die Umstände, mit denen in den vergangenen Monaten die Einrichtung im Weißwasseraner Bahnhof betrieben wurden, seien „für die Mitarbeiter nicht mehr tragbar gewesen“, so Frank Schwarzkopf. 60 Prozent der Arbeit haben drei Frauen im Ehrenamt erledigt, „und das mit Wissen des Stadtrates“, unterstreicht der Stadtvereinschef mit Nachdruck.

Gegen die Räte richtet sich der Groll von Schwarzkopf, denn mehrmals ist er im Stadtrat gewesen, hat dort immer wieder um Mittel gebeten. „Der Stadtrat folgte sowohl 2018 als auch 2019 dem Vorschlag aus der Stadtverwaltung, der Touristinformation jeglichen Zuschuss aus dem Stadthaushalt zu versagen“, so Schwarzkopf. Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) unterdessen ist von der Nachricht, dass die Touri-Info schließen soll, überrascht. „Es ist nachvollziehbar, dass der Stadtverein diese Entscheidung getroffen hat“, sagt er. Zumal eine Alternative für eine andere Art der Betreibung nicht vorhanden sei. „Allerdings ist es nicht richtig, dass wir vorgeschlagen hatten, die Zuschüsse zu streichen“, so Pötzsch. Vielmehr habe die Stadt 19 300 Euro 2018 in den Haushalt eingestellt, dieser war allerdings nicht rechtskräftig geworden. Und das unter anderem deshalb, weil gegen mehrere Ratsbeschlüsse der OB in Widerspruch gegangen war und der Haushalt nicht ausgeglichen gewesen ist. Folglich konnte die Stadt keinerlei Mittel zur Verfügung stellen, da die Gemeindeordnung vorschreibt, ohne eigenen Haushalt nur Mittel für Pflichtaufgaben finanzieren zu dürfen. „Für den Doppel-Haushalt 2019/2020 sind wieder 19 300 Euro für die Betreibung der Touristinfo durch die Verwaltung eingestellt worden“, heißt es aus dem Rathaus.

Das aber nützt dem Verein nichts. „Es kann sein, dass der Etat wieder nicht genehmigt wird“, so Schwarzkopf. Zumal der Verein an Verträge gebunden ist und nicht „ständig“ in Vorleistung gehen könne.