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| 16:29 Uhr

Lausitzer Seenland
Besser gegen Sturm wappnen

Die Schwimmsteganlage am Hafen in Klitten soll besser gegen Witterungseinflüsse geschützt werden. Was ein Sturm anrichten kann, war deutlich zu sehen. Der Leuchtturm musste im letzten Herbst „eingefangen“ werden.
Die Schwimmsteganlage am Hafen in Klitten soll besser gegen Witterungseinflüsse geschützt werden. Was ein Sturm anrichten kann, war deutlich zu sehen. Der Leuchtturm musste im letzten Herbst „eingefangen“ werden. FOTO: Regina Weiß
Boxberg. Boxberg ist bei den Sicherungsarbeiten an Hafen und Co. mit rund 200 000 Euro dabei. Von Regina Weiß

Die Schwimmsteganlagen am Bärwalder See künftig besser gegen starke Winde und Wellen zu schützen, kostet nach derzeitigem Erkenntnisstand rund zwei Millionen Euro. Zehn Prozent dieser Ausgaben übernimmt die Gemeinde Boxberg. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Bürgermeister Achim Junker (CDU) erhält damit auch den Auftrag, eine Finanzierungs- und Übernahmevereinbarung zwischen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und der Gemeinde abzuschließen.

 Als Folgenutzungsträger beteiligt sich Boxberg mit rund 202 000 Euro an dem Vorhaben, wohl wissend, dass es kein Pappenstiel ist. Doch die Gemeinderäte wissen auch zu gut, was passieren kann, wenn der Sturm über den See jagt und die Wellen aufpeitscht. Der letzte Herbst mit seinen Starkwindereignissen ist noch gut in Erinnerung. Nach Herwart musste der Leuchtturm am Klittener Hafen „eingefangen“ werden. Bei Windböen von Stärke elf, wie sie damals der Fall waren, bauten sich Wellen von 1,50 Metern Höhe auf. Der Wellenbrecher schaukelte sich wie ein Gartenschlauch auf und der letzte Ponton mit dem Leuchtturm riss sich fast gänzlich los. Zudem kam es zu Schäden an den Schwimmstegverankerungen auf dem Boden des Bärwalder Sees.

„Für den Hafen Klitten besteht Gefahr im Verzug“, macht Seekoodinator Roman Krautz sehr deutlich klar. Außerdem habe er Angst, dass im Falle eines Falles die gesamte Anlage zusammengeschoben werde.

Diese wurden in den Jahren 2007 und 2008 errichtet. Ein Wind-, Wellen- und Eisdruck-Gutachten, was die LMBV wegen der geplanten Fahrgastschifffahrt auf dem See in Auftrag gegeben hatte, benennt die Ursachen schwarz auf weiß. Es gibt Kliffbildungen und Sedimenttransporte sowie Gefahrenpotenziale für die Schwimmstege. Das Gutachten sagt aber auch aus, dass die Sicherungsarbeiten möglichst kurzfristig einzuleiten sind. Deshalb wurde ein entsprechender Förderantrag gestellt, um die notwendigen Arbeiten aus dem Topf für die Braunkohlesanierung (Paragraf-4-Mittel) finanzieren zu können. Hinzu kommt der Finanzanteil der Kommune.

Achim Junker gab zu, dass es sicherlich kein einfaches Thema sei, aber er unterstrich die Notwendigkeit der Arbeiten. Gemeinderätin Sigrun Hajdamowic hinterfragte kritisch, ob bei den nicht unerheblichen Kosten die Arbeiten dann auch nach dem Stand der Technik ausgeführt werden und das alles auch vertraglich festgezurrt sei. Roman Krautz konnte das zusichern und erklärte zudem, dass es am Ende eine wasserrechtliche Abnahme gebe.

Gemeinderat Horst Jannack hatte ein ganz anderes Problem. Das betraf den Anleger in Uhyst, der den gesamten Sommer 2018 nicht nutzbar gewesen sei. „Brauchen wir den überhaupt noch? Denn er wird uns ja in Zukunft auch noch Geld kosten“, so Jannack. Im Hinterkopf hatte er dabei, dass in Uhyst auch noch eine Anlanderampe für das Fahrgastschiff gebaut werden muss. Dass der Bedarf für einen Steg in Uhyst nicht da ist, das wollte Roman Krautz so keinesfalls stehen lassen. Er macht das an den Nachfragen von Wassersportfreunden fest, warum der Steg derzeit nicht nutzbar ist.

An dem Thema ist die LMBV dran, wie das Unternehmen der RUNDSCHAU auf Nachfrage berichtet. Die starken Stürme haben wieder Sand und Sedimente unter den Steg bei Uhyst gespült. „Im März und April 2018 wurde die Steganlage im Auftrag der LMBV bereits freigebaggert und -gespült, leider ohne länger anhaltenderen Erfolg“, so Uwe Steinhuber, Pressesprecher des Unternehmens. Ebenfalls auf Grundlage des schon genannten Gutachtens erfolgt eine Variantenbetrachtung unter anderem für den Bereich Uhyst. Diese soll voraussichtlich im dritten Quartal 2018 fertiggestellt sein, so die Auskunft der LMBV-Planungsabteilung. „Vorzugsvariante wird hier aus planerischer Sicht die Errichtung zweier Molen sein – jeweils an den Enden des Strandes.“ Damit kann aller Voraussicht nach die Erosion des Ufers besser reduziert und der damit verbundene Rückgang der Uferlinie künftig weiter verhindert werden. Die Planung soll bis ins erste Quartal 2019 ausgeführt werden.