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| 01:25 Uhr

Am Anfang war die 7583

Einen Grenzstein als Symbol der Freundschaft übergab der Ottersweier Bürgermeister Jürgen Pfetzer dem Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch als Partnerschaftsgeschenk. Auf der Rückseite ist das Wappen der Gemeinde Ottersweier zu sehen.
Einen Grenzstein als Symbol der Freundschaft übergab der Ottersweier Bürgermeister Jürgen Pfetzer dem Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch als Partnerschaftsgeschenk. Auf der Rückseite ist das Wappen der Gemeinde Ottersweier zu sehen. FOTO: Martina Hanold
Angefangen hat alles mit der 7583 – der alten Postleitzahl von Krauschwitz – und einem Brief. Denn die 7583 war im Jahr 1989 auch die Postleitzahl der badischen Gemeinde Ottersweier. Aus Neugier, wie es „drüben“ wohl ist, schrieb der damalige Gemeindewehrleiter Günter Röhle an die westdeutsche 7583-Gemeinde – und bekam Antwort von seinem dortigen Amtskollegen Manfred Hechinger. Aus dem Briefwechsel wurde eine langjährige Freundschaft der Gemeinden. Am Donnerstag wurde ein offizieller Partnerschaftsvertrag geschlossen. Von Martina Hanold

„Nach 18 Jahren wilder Ehe folgt nun die offizielle Hochzeit unserer Gemeinden“ , so der Ottersweier Bürgermeister Jürgen Pfetzer. Künftig wollen die beiden Gemeinden auf allen Ebenen noch enger zusammenarbeiten und den Austausch untereinander weiter intensivieren. Der Tag, kurz nach dem Tag der deutschen Einheit, sei bewusst gewählt, denn zwischen der 720 Kilometer entfernten Gemeinde Ottersweier und Krauschwitz sei eine echte deutsch-deutsche Partnerschaft geworden. „Man muss sich klar machen, dass das vor 20 Jahren noch undenkbar war“ , so der Bürgermeister.
Und so wurde aus dem spontanen Zugehen der Krauschwitzer und der Initiative Günter Röhles schnell mehr als nur ein flüchtiger Austausch. „Unsere Gemeinden harmonierten von der Struktur und auch von den Menschen“ , betonte Rüdiger Mönch. Ein Freundeskreis wurde gegründet, gegenseitige Praktika und Besuche organisiert. Seit dem Jahr 2002 habe es dann ernsthafte Bemühungen um eine offizielle Partnerschaft gegeben. „Und nun ist es endlich so weit“ , so Mönch.
Zu der offiziellen Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages waren am Donnerstagabend viele gekommen. Neben den rund 20 Ottersweiern waren auch mehr als 50 Krau schwitzer in den Gasthof „Zur Linde“ gekommen. Darunter auch Doris Kunze. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Gemeinderat Matthias Kunze, gehört sie von Anfang an zu den Ottersweier-Fahrern. Auch dieses Mal haben sie zwei Schlafgäste im Haus. „Wir sind mittlerweile richtig gute Freunde geworden - manchmal ist es fast schon wie Familie“ , sagt sie. Auch außerhalb von Besuchen mit anderen Krauschwitzern fahren die Kunzes immer wieder nach Ottersweier und in die Umgebung. „Als die Kinder noch jünger waren, haben wir auch mal die Herbstferien dort verbracht“ , erinnert sich Doris Kunze. An den Ottersweiern mag sie besonders die große Liebe zum Wein und die Geselligkeit. Und genau das ist es auch, was die Ottersweier an den Krauschwitzern schätzen. „Sie sind einfach ein aufgeschlossenes Völkchen“ , sagt Hermann Neuburger, der Vorsitzender des Ottersweier Fußballvereins ist. Nur eines wünscht sich Fußballfan und Gemeinderat Neuburger: Vor Jahren gab es einen Austausch jugendlicher Fußballer. „Ich hoffe, dass das jetzt wieder in Gang kommt“ , sagt er. Doch davon abgesehen funktioniere die Freundschaft hervorragend. „Jedes Mal, wenn wir hier oder die Krauschwitzer bei uns sind, gewinnt man neue Freunde hinzu“ , sagt er. Und das ist es wohl auch, was die deutsch-deutsche Freundschaft zwischen 7583 Ottersweier im Westen und 7583 Krauschwitz im Osten ausmacht.

Hintergrund Vertrag mit Przewóz
 Neben dem Partnerschaftsvertrag mit Ottersweier wurde am Donnerstag auch ein weiterer Kooperationsvertrag mit dem polnischen Przewóz (Priebus) geschlossen. Dabei geht es um einen Austausch der Kitas und das Erlernen der polnischen bzw. deutschen Sprache. Bürgermeister Ryszard Klisowski lobte die gute Beziehung zu Krauschwitz und wünschte sich auch künftig ein gutes Miteinander. Zweifel habe er daran nicht. „Es vergeht eigentlich kein Fest, an dem wir uns nicht gegenseitig einladen“ , erklärte er. Zeitweise sei er bis zu zweimal die Woche in Krauschwitz.