Als in der Bürgerfragestunde der Vorwurf an den Rat erging, vor Monaten eine Gefälligkeitsvermietung im Nachhinein beschlossen zu haben, verwahrte sich Gemeinderat Jürgen Oeder auf das Entschiedenste. “Wir haben das ordentlich beschlossen„, so Oeder. Und sein Ratskollege Uwe Horbaschk bat den Bürgermeister, die Ordnung wieder herzustellen.

Der Unmut unter den Senioren in Kromlau schwelt schon lange, weil der vormals einzig öffentlich genutzte Raum an eine Gewerbetreibende vermietet wurde (die RUNDSCHAU berichtete). Dabei bleibt es auch, erfuhren die Versammelten am Montag von Bürgermeister Lothar Karger. Doch den Senioren wird eine Alternative angeboten. Sie sollen die Räume des Frauenvereins im Schloss nutzen können, wenn dieser in das künftige Vereinshaus (noch Waldstation) umzieht. Zwischenzeitlich können die Senioren mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde die Gaststättenräume nutzen. Diese Entscheidung war im Sozialausschuss bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme so beschlossen worden, erklärte Ausschusschef Norbert Thorausch im Gemeinderat.

Klaus Hübner aus Kromlau wollte wissen, wann es so weit sein wird, dass die Senioren die Räume im Schloss nutzen können. “2010 soll die Planung für den Umbau der Waldstation laufen. Wenn die Förderung über das ILE-Programm kommt, können wir im nächsten Jahr mit dem Umbau der Station beginnen„, so Bauausschusschef Dietmar Noack. In zwei, längstens in drei Jahren könnten die Frauenvereinsräume dann im Schloss nutzbar sein.

“Es geht um alte Leute, die nicht mehr so viel Zeit haben. 60 Bürger von Kromlau zählen nichts„, gab daraufhin Erika Hübner zu bedenken und erinnert damit an die im vorigen Jahr gegen den Vermietungsbeschluss gewandte Unterschriftenaktion im Gablenzer Ortsteil.