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| 03:19 Uhr

Alter Eingang zur Brühlgruft wiederentdeckt

Forst. Den historischen, 1905 geschlossenen Zugang zur Gruft unter der Forster Stadtkirche haben in dieser Woche Archäologen freigelegt. Wo genau er sich befand, war bisher unklar. Nun erweist sich die Lage als ideal, um Besuchern einen Zugang zur Gruft zu ermöglichen. bob

Wenige Stufen sind es, die von der Seitenwand der Kirche in die Tiefe führen. Bauarbeiter haben am Dienstag den Durchbruch geschafft und die letzten zugemauerten Steine im Durchgang entfernt. Damit kann man nun wieder bequem vom Kirchschiff in die Gruft hinuntergehen. "Wir wussten nur, dass ein Zugang vorhanden sein muss, aber nicht, wo", erklärt Frank Henschel vom Kirchbauverein. Schon 1905 war der Zugang geschlossen und mit Sand und Schutt verfüllt worden. Archäologen haben nun in den vergangenen Wochen im Kirchenuntergrund gesucht und sind fündig geworden. Die Lage ist erfreulicherweise günstig. "Es hätte auch hinter einer Säule sein können", gibt Henschel zu bedenken. So aber kann der Zugang wieder hergerichtet werden. Lediglich im angrenzenden Kirchencafé gehen einige Quadratmeter verloren, um Kopfhöhe über der Treppe zu schaffen.

Der neue Zugang soll den komplizierten Weg in den Untergrund der Kirche ersetzen. Am unteren Ende der neuen Treppe soll stattdessen künftig eine Glasplatte eingebaut werden. Dahinter, in der Gruft selbst, werden dann "vier bis fünf" Särge präsentiert, wie Henschel erläutert. Neben dem restaurierten Sarg des Grafen Heinrich von Brühl werden auch der des letzten Bibersteiners sowie einige besonders gut erhaltene Särge gezeigt werden. Dazu sind allerdings noch weitere Untersuchungen zur Belüftung der Gruft nötig.

Auch Archäologe Lars Ruhnow zeigt sich mit dem Fund zufrieden. In dem Füllmaterial, das die Treppe verdeckte, hat er zahlreiche Fundstücke entdeckt. Um was es sich dabei handelt, möglicherweise Teile alter Epitaphien, muss noch untersucht werden. Für die Sanierung der Brühlgruft wird neben Spenden auf Fördergeld zurückgegriffen.