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| 02:49 Uhr

Alte Wehrleitung ist die neue

Die neue, alte Wehrleitung: Ronny Doster und Morten Jannack.
Die neue, alte Wehrleitung: Ronny Doster und Morten Jannack. FOTO: rw
Boxberg. Das Team Ronny Doster und Morten Jannack steht weiter an der Spitze der Feuerwehr Boxberg. Sie erhielten bei der Wahl am Samstagabend die entsprechenden Stimmen. Dagegen gab es im Feuerwehrausschuss fast einen kompletten Generationswechsel. Regina Weiß

Andrea Sock muss Samstagabend Lachen. "Mensch, alles junge Leute", sagt die Boxbergerin und guckt an ihre Seite. Felix Werner, Markus Zimmermann und Enrico Hundro bilden mit ihr nun den Feuerwehrausschuss. "Kannst die jungen Männer nun anlernen", bekommt die ausschusserfahrene Andrea Sock gleich einen wohlmeinenden Hinweis aus der ersten Reihe.

Neu ist auch die Wehrleitung, zumindest neu gewählt. Denn eigentlich ist es die alte. Ronny Doster, seit 2009 an der Spitze in Boxberg, bleibt es weiterhin. Morten Jannack steht ihm als Stellvertreter wie in den Vorjahren zur Seite. Er hatte Gegenkandidaten. Die für den Posten des Wehrleiters werden dagegen nicht zugelassen. Laut Gemeindewehrleiter Gunna Sock fehle ihnen die nötige Qualifikation.

Ronny Doster wünscht sich für die Zukunft eine gute Zusammenarbeit und offene Worte. Denn nur wenn Auge in Auge miteinander und nicht hinterm Rücken geredet werde, könne man etwas verbessern.

"Ich hatte den Eindruck, die Sirene ging ständig", so Boxbergs Bürgermeister Achim Junker (CDU), ist doch sein Arbeitsplatz neben der Wehr. Diese sei bei ihren Einsätzen gefordert worden und habe entsprechenden Einsatz gezeigt. Dafür sprach Junker auch im Namen des Gemeinderates den Kameraden Dank aus. Er verhehlt nicht, "dass wir nicht kleine, sondern große finanzielle Probleme haben." Doch die Feuerwehr sei Pflichtaufgabe, deshalb bleibe man dran, auch wenn nicht jeder Wunsch gleich realisierbar sei. In Boxberg sind es die Umkleideräume, die verändert werden müssen.

Aus ihrem Feuerwehrdepot sind die Boxberger 2015 zu 48 Einsätzen ausgerückt. Das sind zehn mehr als noch 2014. 14 Brände haben sie beschäftigt und sechs Unfälle. Darunter einer, wo jede Hilfe für einen jungen Mann zu spät kam. Nicht nur die Brände haben zugenommen, sondern auch die Türnotöffnungen. Acht waren es 2015. "Wir machen das schnell und umkompliziert", weiß Gemeindewehrleiter Gunna Sock einzuschätzen. 749 Einsatzstunden stehen 1592 Ausbildungsstunden gegenüber. Wobei dabei laut Ronny Doster die Weiterbildungen auf Kreis- und Landesebene noch gar nicht mitgerechnet seien. Bei den Ausbildungen zu Maschinisten und Atemschutzgeräteträgern müsse die Wehr 2016 noch eine Schippe drauflegen. "Denn die gehen uns langsam aus", so Doster.

"Die Bürger wissen es oft nicht, dass es Leute aus ihrer Mitte sind, die helfen. Das wird oft außer Acht gelassen", so Gemeinderat Horst Jannack und weiter: "Hut ab, vor dem, was Ihr leistet. Das Leben in einer Kommune funktioniert ohne den Einsatz der Kameraden nicht."

Befördert wurden: Mandy Hundro und Andrea Bartsch zur Feuerwehrfrau, Roman Lustig zum Hauptfeuerwehrmann, Morten Jannack zum Brandmeister.

Beate Hundro wurde für 25 Jahre in der Feuerwehr; Bernd Paul und Frank Michel (30 Jahre); Peter Besser, Rita Markwitz, Ingrid Koschare (50) sowie Gerhard Berg und Gottfried Schröter (60) ausgezeichnet.