ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:46 Uhr

Alte TS 8, Sägespäne-Kuchen und Büffeltanz

Die Frauen vom Kegelverein Weißkeißel verkaufen leckeren Kuchen, den sie und die Line-Dancerinnen gebacken haben.
Die Frauen vom Kegelverein Weißkeißel verkaufen leckeren Kuchen, den sie und die Line-Dancerinnen gebacken haben. FOTO: Ingolf Tschätsch
Weißkeißel. Gelungenes Weißkeißeler Dorffest ,obwohl beim traditionellen Wettkampf im Feuerwehrsport nur zwei Mannschaften antraten. Ingolf Tschätsch / igt1

Die Gemeinde hat am Wochenende ihr Dorffest im Rahmen ihres 565-jährigen Bestehens gefeiert. Nein, 665 Jahre ist Weißkeißel noch nicht, wie Bürgermeister Andreas Lysk (parteilos) scherzhaft bemerkte. Dabei spielte er auf die Ankündigung in der RUNDSCHAU an, in der der Fehlerteufel seine Hand im Spiel und das Dorf gleich um 100 Jahre älter gemacht hatte.

Der Sonnabend bildete mit dem traditionellen Wettkampf im Feuerwehrsport den Höhepunkt des bunten Treibens. Leider hatten sich zum Löschangriff um den Pokal des Bürgermeisters nur zwei Feuerwehren eingefunden - der Gastgeber selbst und die polnischen Kameraden aus Przewoz, der Partnergemeinde von Krauschwitz.

Daniel Mosmann (CDU), Stellvertretender Bürgermeister von Krauschwitz, konnte sich in dem Zusammenhang eine Kritik nicht verkneifen. "Es ist traurig, dass keine weiteren deutschen Florianjünger gekommen sind, auch unsere Krauschwitzer nicht, obwohl sie zugesagt hatten", erklärte er. Mosmann habe die Przewozer regelrecht bekniet, dass sie wenigstens teilnehmen, obwohl sie eigentlich zur Hochzeitsfeier eines Kameraden wollten.

So wurde es ein Wettkampf im Miniformat, aber nicht minder interessant und spannend. Bevor es auf die 75-Meter-Strecke ging, entledigte sich Andreas Lysk einer angenehmen Aufgabe. Er gratulierte Wehrleiter René Glowna nachträglich zu dessen 40. Geburtstag am 7. 7. 2017.

Kleinere Handicaps beim Löschangriff sowohl bei den Weißkeißelern als auch bei ihren polnischen Konkurrenten erhöhten den Reiz für die Zuschauer. Mal löste sich eine Schlauchverbindung, dann kam nicht gleich das Löschwasser oder die Tragkraftspritze unserer polnischen Nachbarn "pfiff auf dem letzten Loch". So blieb bei allem Wettkampfeifer der Akteure der Spaß nicht auf der Strecke, und das gefiel auch den Zuschauern.

Die alte TS 8-Tragkraftspritze der Gastgeber sollte übrigens noch zu ungeahnten Ehren kommen. Bei ihrem Einsatz liefen die Weißkeißeler mit 36 Sekunden Bestzeit. Ob dieser Leistung der DDR-Technik geriet Andreas Lysk, früher selbst Feuerwehrmann, regelrecht aus dem Häuschen: "Das ist großes Kino!", rief er begeistert ins Mikro. Am Ende gewann die Truppe von René Glowna verdient den Pokal, erstmals seit 2009.

Derweil hatte sich das Gelände rings um die geöffnete Heimatstube mit vielen Besuchern gefüllt. Ein Vergnügungspark unter anderen mit Nostalgie-Riesenrad anno 1929, Bungee-Jumping und Mini-Bahn wurde besonders von den Jüngsten in Beschlag genommen. Im Festzelt war der Kuchenverkauf der Frauen vom Kegelverein dicht umlagert.

"19 Kuchen haben wir mit den Line-Dancerinnen aus dem Dorf gebacken", erzählte Sylvia Engler, Mutter der Kromlauer Blütenkönigin Stefanie Engler. Die gebürtige Weißkeißelerin saß an einem der Tische und ließ sich natürlich solch ein Stück Selbstgebackenen nicht entgehen. Schon weg war der absolute Renner, der Sägespäne-Kuchen. Sägespäne-Kuchen? "Der heißt so, weil die Kokosraspeln oben drauf wie Sägespäne aussehen. Ist mit Schmand gemacht, gut für das Hüftgold", meinte lachend Line-Dancerin Kornelia Pommer, die diesen Kuchen kreiert hatte.

Als dann die eindrucksvollen Vorführungen der Ompah-Indianer-Show aus Cottbus mit einem Büffeltanz beginnen, ist das dafür mit Flatterband eingezäunte Gelände auf dem Festareal mit vielen Menschen umsäumt.

Unter den Zuschauern auch die Einheimische Karola Klau und ihr Lebenspartner. "Die vielen Helfer haben sich wieder große Mühe gegeben. Besonders muss man hier unseren Gemeindearbeiter Henri Hänchen loben, der die Fäden der Organisation in der Hand hält." Zahlreiche Spenden seien in dieses Fest geflossen. Sie denke da nur an den Zamperklub, der das Geld bei der alljährlichen Zampertour für diesen Zweck zur Verfügung stellt. "So können die Kinder kostenlos alle Fahrgeschäfte nutzen", berichtete die Weißkeißelerin. Ihre Schwiegertochter Mandy Klau, die mit den Sprösslingen Max und Valentina zuschaut, pflichtete ihr bei: "Wir wohnen in Reichwalde, kommen jedoch gern jedes Jahr hierher zum Fest. Besonders für die Kinder ist es sehr schön."

Am Abend dann treten die hiesigen Wild East Country Dancers auf, bevor schließlich das Dorffest an diesem Sonnabend mit einem Sommernachtsball und einem Höhenfeuerwerk ausklingt.