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Alte Technik fasziniert in Sagar Die Museumsbesucher

Peter Berghof, Mitglied im Förderverein des Museums, erklärt den Besuchern die Funktionsweise der Dampfmaschine.
Peter Berghof, Mitglied im Förderverein des Museums, erklärt den Besuchern die Funktionsweise der Dampfmaschine. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Sagar. Zur Saisoneröffnung am Ostersonntag hat der Förderverein des Handwerk- und Gewerbe-Museums Sagar zu einem Museumstag eingeladen und dabei seine mehr als 4000 Exponate präsentiert. Damit wurden zahlreiche Besucher angelockt. Anja Guhlan/ang1

Zu den Höhepunkten des Museums in Sagar gehört die aus dem Jahr 1897 stammende Dampfmaschine. Zahlreiche Gäste stehen vor dem großen Schwungrad der Dampfmaschine, machen Fotos und erkundigen sich bei Peter Berghof nach der Funktionsweise. Peter Berghof, der seit vier Jahren dem Förderverein des Museums angehört, beantwortet gern die Fragen und erklärt alles fachgerecht. "Ich selbst beschäftige mich leidenschaftlich gern mit der alten Technik und gebe mein Wissen auch gern an die Besucher weiter", sagt Peter Berghof.

Die Besucher können neben der Dampfmaschine noch eine alte Hobelmaschine und ein Vertikalgatter betrachten. Alle alten Maschinen können heute noch in Betrieb genommen werden. So fallen etliche Holzspäne bei der Hobelmaschine auf den Boden und das Vertikalgatter sägt Holz in verschieden dicke Bretter.

"Es ist interessant, sich das mal alles ansehen zu können", sagt Michael Mücke aus Dresden. Dem 53-Jährigen gefällt es, dass solch alte Technik in einem Museum noch so erhalten wird, dass die Nachwelt mehr darüber erfahren kann.

Die beiden Schwestern Grit Wunderlich (46) und Antje Kolmsee (44) schauen sich indessen in der historischen Schuhmacherwerkstatt um. Dort sitzt der gelernte Orthopädieschuhmacher Jean Großmann aus Sagar. Er gibt Einblicke in das alte Handwerk. Mit der Zwickzange, dem Tacksheber und dem Leistenhacken demonstriert er, wie Schuhe per Hand hergestellt oder repariert werden.

Besonders Grit Wunderlich ist erstaunt über dieses präzise Handwerk. "Das sind ja wirklich viele Arbeitsvorgänge und ein immenser Aufwand", sagt sie, als Jean Großmann alle Schritte zur Herstellung eines Schuhs erläutert. Ihr gefällt es, dass das Museum alte Technik wieder aufleben lässt. "Ich bin zum ersten Mal hier. Ich bin auf Empfehlung meiner Eltern, die in Krauschwitz wohnen, hierher gekommen", erzählt die Münchenerin.

Auf dem rund ein Hektar großen Gelände gibt es noch viel mehr zu entdecken. Zum Beispiel einen original nachgebauten Rennfeuerofen. Demnächst wird vom Förderverein eine alte Schmiede wieder aufgearbeitet, um auch das Schauschmieden ausführen zu können. Auch sollen in diesem Jahr noch ein Horizontalgatter und zwei Holzbearbeitungsmaschinen die Sammlung erweitern. "Da warten wir aber noch auf die Fördermittel", erklärt Gotthard Kreisel, der Vorsitzende des Fördervereins. "Ohne Fördermittel und das Engagement der mittlerweile 33 ehrenamtlichen Mitglieder geht gar nichts mehr", bemerkt Kreisel. Er ist froh, dass das Museum bisher soviel erreicht hat. "Unsere Mitglieder bringen sich hier wirklich viel ein", lobt er und freut sich auf die neue Saison.