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| 01:40 Uhr

Alte Obstbäume ziehen um

Bäume, die ehemals in Mocholz gestanden haben, und nun am Tagebaurand stehen, sollen nach Boxberg umgesetzt werden. Foto: jor1
Bäume, die ehemals in Mocholz gestanden haben, und nun am Tagebaurand stehen, sollen nach Boxberg umgesetzt werden. Foto: jor1 FOTO: jor1
Boxberg. Einen alten Baum verpflanzt man nicht, heißt es im Sprichwort. Boxberg will aber genau das versuchen. Alte Obstbäume aus dem Vorfeld des Tagebaus Reichwalde werden ins Gelände des ehemaligen Freibades „umziehen“. Der Rat hat es beschlossen. Von Regina Weiß

Wenn das Wetter besser wird, werden die Umgestaltungsarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Freibades in Boxberg fortgeführt. Der Plan ist, dort nach dem Rückbau des Beckens eine Erinnerungsstätte zu schaffen. Dazu gehört auch, dass eine Streuobstwiese angelegt wird. 110 Obstbäume mit regionalem Bezug sollen dort einmal stehen, beispielsweise die “Oberlausitzer Muskatrenette„ oder der “Schöne von Herrnhut„.

Um der Streuobstwiese eine besondere Ästhetik zu verleihen, soll ein Teil mit Altbäumen bestückt werden. Dabei hilft Vattenfall, hieß es im Gemeinderat. So sollen Großbäume, die derzeit noch im Tagebauvorfeld Reichwalde stehen, umgesetzt werden. Laut Planer werde dadurch die Möglichkeit geboten, ein Stück authentische Heimat vor dem Tagebau zu retten. Originale Dorfbäume können mit ihrer Geschichte eine Bereicherung für das Freibadgelände sein, welches selbst ein wichtiges Stück regionale Vergangenheit verkörpert, hieß es.

“Wir haben dazu eine Vor-Ort-Besichtigung gemacht, uns die Bäume angeschaut. Diese müssen trockene Bodenverhältnisse aushalten können„, so Bauamtsleiterin Cortina Kokles am Donnerstagabend beim Gemeinderat in Boxberg. Der sollte über die Großbaumverpflanzung abstimmen und die Vergabe der Leistungen beschließen. Zwei Firmen hatten dafür die entsprechenden Angebote abgegeben. Gemeinderätin Sigrun Hajdamowicz fragte nach den Referenzen der Firmen. Die lagen von einer vor. “Sicherlich es gibt ein gewisses Risiko. Das macht man schließlich nicht aller Tage„, so Cortina Kokles. Gemeinderat Christian Röhle fand es gut, dass die Bäume aus dem Tagebauvorfeld umgesetzt werden. “Wenn die Bäume nicht anwachsen, dann muss die Firma Ersatz schaffen„, schlug er vor.

Mit einer Gegenstimme entschieden sich die Boxberger, einer Hoyswerdaer Firma den Auftrag zu erteilen. Rund 19 500 Euro wird das kosten. Insgesamt werden 17 Bäume umgesetzt. Sie standen einst in den Dörfern Mocholz, Zweibrücken und Viereichen. Laut Cortina Kokles handelt es sich vor allem um Pflaumenbäume. Die beauftragte Firma wird die Bäume zwei Jahre pflegen.

Laut Vattenfallförster Olaf Hanspach müssen sich die Boxberger allerdings in Geduld üben, denn es kann Jahre dauern, bis die Bäume wieder tragen.