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Allee soll ihrem Namen gerecht werden

Görlitz. Die Stadt Görlitz will einen der wichtigsten Straßenzüge ihrer östlichen Innenstadt – die Dr.- Kahlbaum-Allee – umgestalten. ume1

Der Technische Ausschuss des Stadtrates hat mit einem entsprechenden Beschluss den Weg dafür frei gemacht. Der Umbau soll im Rahmen des polnisch-sächsischen Förderprogramms Interreg erfolgen und circa 270 000 Euro kosten.

Wer heute die Dr.-Kahlbaum-Allee überqueren will, steht vor einer überdimensionierten Schneise durch die Parkanlagen der östlichen Innenstadt bis hin zum Neißeufer. Mit etwa 14 Metern ist der Straßenzug fast doppelt so breit, wie er es aufgrund seiner Verkehrsbedeutung sein müsste. Grund dafür ist, dass die Straße den einzigen Zugang für den Fahrzeugverkehr zum Grenzübergang Stadtbrücke bildet und daher zu DDR-Zeiten entsprechend aufgeweitet wurde. Schließlich bildeten sich damals gern Schlangen an den Kontrollstellen, die ausreichend Platz benötigten. Im Zuge des Baus des Grenzüberganges mussten 50 Bäume fallen, die bis heute weitgehend unersetzt geblieben sind.

Heute hingegen erfolgen am Grenzübergang Stadtbrücke kaum noch Kontrollen, und wenn, dann stichprobenartig. 2008 nutzte die Stadt diesen Umstand, um auf beiden Seiten Parkplätze anzulegen. Am Charakter der Kahlbaum-Allee als Fremdkörper innerhalb des Görlitzer Grüngürtels änderte dies jedoch nichts. Dabei war sie - wie auch die Bezeichnung "Allee" nahelegt - einst ein Bestandteil desselben: "Um 1830 angelegt, präsentierte sich die heutige Dr.-Kahlbaum-Allee bis in die 1970er-Jahre als vierreihig bepflanzte Promenade. Sie galt damit als städtische Erholungseinrichtung und Verbindungsachse der Park- und Landschaftsräume", weiß der Leiter des Bau- und Liegenschaftsamtes, Torsten Tschage.

Ein solcher Charakter ist der Kahlbaum-Allee wohl nicht mehr zurückzugeben. Immerhin passieren sie circa 7000 Fahrzeuge am Tag. Doch laut der jetzt bestätigten Planungen soll sie schmaler werden, wodurch die Stadt Platz für Radwege (zum Teil sogar beidseitig) gewinnen will. Die Parkplätze können fast uneingeschränkt erhalten bleiben. Die Querung für Fußgänger soll durch einen Überweg (anstelle der jetzigen Ampel im Bereich Blumenstraße) sowie drei Mittelinseln erleichtert werden. Die mögliche künftige Nutzung durch den Busverkehr soll beim Umbau Beachtung finden. Eine Neubepflanzung mit Kaiserlinden ist ebenso vorgesehen.

"Zielstellung ist es, den Lückenschluss der historisch wie städtebaulich so bedeutsamen Allee wieder herzustellen, mit den Baumpflanzungen auch einen stadtklimatischen Beitrag zu leisten und zugleich einen ansprechenden, zeitgemäßen Straßenraum zu gestalten. Ein weiteres Motiv für die Umgestaltung stellt die bessere fußläufige Anbindung der angrenzenden Wohnstraßen an die Spiel- und Freizeitmöglichkeiten in den großen Parkanlagen dar", fasst Torsten Tschage zusammen.