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Alle Optionen fürs Kino betrachten

Das Kino in Rietschen muss saniert werden. Doch die dafür erforderliche Summe ist vielen zu hoch.
Das Kino in Rietschen muss saniert werden. Doch die dafür erforderliche Summe ist vielen zu hoch. FOTO: Regina Weiß
Rietschen. Das Rietschener Kino hätte gerade das Potenzial für ein Drama. Dem Hauptdarsteller – immerhin 108 Jahre alt – helfen nicht nur ein bisschen Make up und Rouge, damit er aussieht, wie 30 und fit ist für weitere Aufführungen in seinem Leben. Regina Weiß

Ein Lifting tut not, und Schönheitsoperationen sind bekanntlich nicht für ein Appel und ein Ei zu bekommen.

Am Montagabend setzte der Rietschener Gemeinderat die Diskussion über die Sanierung des Kinogebäudes fort. Seit der Augustsitzung bewegt alle die immense Summe, die das Gebäude braucht, um fit zu werden für seine Zukunft. Planer Armin Ussath geht von rund 1,1 Millionen Euro aus. Und Gemeinderat Helmut Perk denkt nicht, dass es bei den angesagten Baupreisen bleibt.

Hinzu kommen zweierlei Sachen, die das Ganze verkomplizieren. "Ein nicht optimaler Fördersatz", so Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) und "die Zeit, die uns im Nacken sitzt." Denn erste Fördergelder müssten eigentlich noch 2017 abgerufen werden. Das Dach des Kinos würde sich für erste Sanierungsschritte anbieten.

Doch bis es soweit kommt, wollen die Räte erst einige Fragen geklärt haben. Sie haben ein Hausaufgaben-Paket erstellt, dass der Planer nun abarbeiten muss. Dabei wollen sie alle Optionen auf den Tisch gelegt bekommen, wie es Gemeinderat Gerd Wenzel formulierte. So sind 800 000 Euro als Obergrenze für das Sanierungsvorhaben nun genannt worden. Geprüft werden soll auch eine Flächenreduzierung (Bühnenabriss und Verzicht auf die oberen Geschosse), um unter die 200 Quadratmeter und damit unter die Versammlungsstättenverordnung zu fallen. Denkbar ist auch die Wiederaufnahme als Denkmal, um möglicherweise bei der energetischen Sanierung Erleichterungen zu erfahren. Auch Abriss und Neubau des Gebäudes sollen mit handfesten Zahlen unterlegt werden.

Eine Option fällt gänzlich aus: "Nichtstun können wir nicht", so Brehmer. Davon hatten sich die Räte bei einer Vor-Ort-Besichtigung selbst überzeugt. "Abrissreif", schätzte Gerd Wenzel das Gebäude danach ein.

Doch so einfach ist es nicht. Zum einen ist es die ortsbildprägende Fassade des Hauses, die Helmut Perk und andere unbedingt erhalten möchten. Zum anderen ist es der Kino-Verein. "Der hält an dem Gebäude fest", so Christoph Eckert. Bei einer Neubauzeit von bis zu zwei Jahren, so wurden Bedenken laut, gäbe es vielleicht keinen Kinoverein mehr. Und welche Nutzung könnte es dann geben?

"Was ist uns das Ding wert?", warf Helmut Perk in den Raum. Er hatte die im August genannte Summe von 1,1 Millionen mal auf 45 Jahre runtergebrochen. Das hätte zur Folge, dass die Gemeinde Rietschen über diese Zeit jede Kinokarte mit 5,50 Euro subventioniert.

Die Diskussion soll noch im September im Technischen Ausschuss und im Gemeinderat im Oktober fortgesetzt werden.