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Aktuelles Thema – Schlossgeschichten Neue Hoffnung für das Schloss Uhyst

Das Schloss Uhyst liegt immer noch im Dornröschenschlaf.
Das Schloss Uhyst liegt immer noch im Dornröschenschlaf. FOTO: LR-Archiv/Brinkop
Bereits über Jahre wartet das Schloss in Uhyst auf einen Eigentümer, der sich endlich des historischen Gemäuers annimmt und es auf Vordermann bringt. Nun gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer. Am 6. März findet der zweite Versteigerungstermin für das Schloss statt. Von Ingolf Tschätsch

Helmut Knobloch, der Uhyster Bürgermeister, knüpft große Erwartungen an den 6. März. An diesem Tag kommt es in Görlitz zum zweiten Termin einer Zwangsversteigerung für das Schloss. Der erste Versuch am 4. Juli schlug fehl, weil es auf das abgegebene Mindestgebot keine Reaktionen gab. Knobloch hofft darauf, wie er gestern auf Nachfrage der RUNDSCHAU erklärte, dass die sich in großen Schritten am Bärwalder See abzeichnende touristische Entwicklung doch den einen oder anderen Interessenten neugierig auf das Schloss gemacht hat und er es deshalb gern erwerben möchte. Sollte auch diese Versteigerung zu keinem Ergebnis führen, folgt eine dritte oder vierte. Das geht so lange, bis das Schloss einen neuen Besitzer gefunden hat.

Aus dem Staub gemacht
Eigentlich gibt es einen Schlossherren. Einen gewissen Schubert von einer Immobilienfirma aus den alten Bundesländern, wie Knobloch erzählt. „Doch der gute Herr ist schon seit Jahren unauffindbar, irgendwo untergetaucht, obwohl er als Besitzer des Schlosses gilt und damit gewisse Pflichten zu erfüllen hat. Seitdem ist mit dem Gebäude nichts passiert. Wir als Kommune haben eine gewisse Grundsicherung vorgenommen, mehr Möglichkeiten stehen uns nicht zur Verfügung. Zum einen haben wir gar kein Recht, dort etwas zu verändern, zum anderen fehlt uns das Geld“ , so das Gemeindeoberhaupt. Uhyst habe beträchtliche finanzielle Einbußen erlitten, weil besagter Eigentümer keine Grundsteuern zahlte, wie Helmut Knobloch hinzufügte. Deshalb beschritt die Gemeinde den Weg der Klage, um zu ihrem Geld zu gelangen. So kam es zur ersten und jetzt zur zweiten Zwangsversteigerung.
Die Geschichte des Schlosses Uhyst nach der Wende weitet sich scheinbar zu einer unendlichen Story aus. Es wechselte mehrfach den Besitzer, wurde zuletzt vom NOL an den Immobilienmakler eines Unternehmens im Raum Bielefeld verkauft, jenen eingangs erwähnten Herrn Schubert. Doch passiert ist mit dem Bauwerk nichts, höchstens, dass es weiter verfiel. „Der marode Zustand ist nicht zu übersehen“ , sagt Knobloch und schätzt, dass ein neuer Eigentümer vielleicht zehn Millionen Euro in die Immobilie investieren muss. „Das Beste wäre, eine Stiftung würde sich des Schlosses annehmen“ , meint der Bürgermeister, der sich auch vorstellen kann, dass dort beispielsweise ein Museum, ein Hotel oder eine Schule für Manager einzieht. Der Möglichkeiten gäbe es viele. Auf keinen Fall jedoch soll das Schloss nur für private Wohnzwecke dienen, sondern müsse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, unterstreicht Helmut Knobloch. Als Ideallösung würde er die Einbindung der Immobilie in die kulturell-künstlerischen Vorhaben am Bärwalder See u. a. mit Licht-Kunst-Festival „Transnaturale“ und Landschaftskunstprojekt „Ohr“ ansehen.

Hintergrund Gemeinde besitzt Park
 Helmut Knobloch bezeichnet es als Glückstreffer, dass die Gemeinde den Schlosspark für eine symbolische D-Mark gekauft hat. Somit hat die Kommune darauf Einfluss, dass das gesamte Schlossareal einer seriösen Nutzung zugeführt wird.