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| 01:28 Uhr

Abzocker setzen Lausitzer Rentner schamlos unter Druck

Großräschen. Eine den Verbraucherberatern gut bekannte Betrugsmasche hat derzeit wieder Konjunktur: In Großräschen ist eine 73-jährige Rentnerin gerade noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Statt den erhofften Gewinn zu bekommen, hätte sie um ein Haar draufgezahlt. hs *Name geändert

Erna F.* möchte die Sache am liebsten vergessen. Sie schämt sich. Der Traum, zur schmalen Rente ein kleines Zubrot zu bekommen, hat sie gutgläubig sein lassen.

Was ist geschehen? Vor einigen Tagen klingelte Erna F.s Telefon. Sie habe beim Gewinnspiel eine große Summe Geld gewonnen, sagte die freundliche Stimme am Telefon - 12 800 Euro. "Ich sollte nur 650 Euro für Steuern und Bearbeitungsgebühren auf ein Auslandskonto in der Türkei überweisen, und dann würde mir der Verrechnungsscheck schnellstens zugeschickt." Also war sie einverstanden mit dem Deal und überwies das Geld an das benannte Frankfurter Kreditinstitut, und wartete.

Doch den angekündigten Verrechnungsscheck fand sie nicht in ihrem Briefkasten. Stattdessen kam ein Anruf von der Sparkasse Niederlausitz. "Beim Frankfurter Kreditinstitut war die Kontonummer des ominösen Empfängers durchaus bekannt", sagt Eva Elmer von der Pressestelle der Senftenberger Sparkasse. Das Konto sei bereits Etappe unterschiedlicher Betrugsmanöver gewesen. Deshalb informierten die Frankfurter die Sparkasse Niederlausitz, welchem Risiko sich Erna F. aussetzt. "Wir haben selbst noch einmal recherchiert und unsere Kundin informiert", berichtet die Großräschener Kundenberaterin Gudrun Drabent. Frau F. ließ das Geld zurückbuchen. So richtig klar wurde ihr die Betrugsmasche, als später noch einmal ein angeblicher Staatsanwalt bei ihr anrief, der ihr 5000 Euro Strafe androhte, weil sie einen Rückzieher gemacht habe. "Es ist unverschämt, wie besonders den älteren Menschen Angst und Druck gemacht wird", sagt Gudrun Drabent.

Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg kennt den Gewinnspieltrick genau. "Das ist ein Dauerbrenner bei uns", so der Berater. "Bei der Aussicht auf Gewinn rennen viele einfach los. Schaarschmidt rät von jeglicher Vorleistung für angebliche Gewinne kategorisch ab.