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Abwasserbeseitigung
Abwassergebühr geht nach oben

Trebendorf. Gemeinderat Trebendorf beschließt neue Preiskalkulation für die Jahre bis 2021.

In Trebendorf und Mühlrose müssen 475 Einwohner auf 160 Grundstücken für die dezentrale Abwasserentsorgung ab 2018  tiefer in die Tasche greifen. Das ist das Fazit eines mehrheitlich gefassten Gemeinderatsbeschlusses in dieser Woche. Wenn für Fäkalwasser aus abflusslosen Gruben bisher 13,86 Euro je Kubikmeter anfielen, sind es jetzt 19,59. Für Schlamm aus Kleinkläranlagen steigt der Preis von 21,57 auf 22,45 Euro je Kubikmeter. Bei biologischen Kleinkläranlagen sind es statt 21,57 nunmehr 22,43 Euro. Die in der Mengengebühr enthaltene Verwaltungsumlage ist mit 1,87 Euro gleich geblieben.

Drastisch steigen auch die Sätze, die bei Havariefällen zu zahlen sind. Von Montag bis Samstag sind es statt 42,19 Euro je Stunde künftig 74,97 Euro. An Sonn- und Feiertagen werden gar 83,30 Euro je Stunde fällig. Kommt es zu Leerfahrten, kostet das den Grundstückseigentümer jetzt auch, und zwar 42,49 Euro je Fahrt. Bisher gab es diese Regelung für die Bürger in beiden Orten noch nicht.

Neuer Entsorger ist die Wasserverband Lausitz Betriebsführung GmbH aus Senftenberg.

Ratsmitglied Tilo Niemz übte heftige Kritik, dass ein Dienstleister beauftragt wird, der soweit von Trebendorf entfernt seinen Sitz hat. Niemz ist überzeugt, dass das ein Grund dafür ist, warum die Preise so in die Luft gegangen sind. Vor allem die Sätze, die bei Havariefällen zu zahlen sind, stießen bei ihm auf Unverständis. Unverständlich sei aus seiner Sicht ebenso, dass ein anderer Anbieter, der in der Region bekannt und auch schon für Trebendorfer Vereine gespendet habe, nicht berücksichtigt wurde. Monika Schuster, in der Verwaltungsgemeinschaft Schleife zuständige Sachbearbeiterin in Abwasserangelegenheiten der drei Mitgliedsgemeinden, erklärte, dass es darum geht, sich für das wirtschaftlichste Angebot zu entscheiden und nicht, weil man jemanden kennt. Aus diesem Grunde waren die Firmen, die sich auf die Ausschreibung hin um den Auftrag bewarben, auch zuvor anonym im Rat geblieben.

Im Technischen Ausschuss hatte Monika Schuster zuvor die Kalkulation für die dezentrale Abwasserbeseitigung erläutert und war auf alle Fragen eingegangen im Zusammenhang mit der Ausschreibung und Auswertung durch das Büro LUG. Einer Bitte von Tilo Niemz folgend habe dieser entsprechende Auskünfte per E-Mail von ihr erhalten. Dem Trebendorfer reichte das nicht aus, sagte er am Mittwochabend.

Die Gebührenkalkulation war jetzt zu erneuern, weil der bisherige Vertrag nach fünf Jahren Ende des Jahres mit dem bisherigen Dienstleister ausläuft. Dass es seitens der Bürger in den vergangenen zwei Jahren Beschwerden über die bisherige Abfuhrfirma gab, sei jedoch kein Grund für die Neuausschreibung gewesen, so Monika Schuster.

Die jetzt beschlossenen Gebühren gelten von 2018 bis 2021.