Von Regina Weiß

Wenn es nicht der Wind ist, dann sind es Igel, Fuchs oder Waschbär, die die Gelben Säcke zum Spielball machen. Gern verteilt sich dann deren Inhalt über Gehwege oder Straßen. Natürlich sorgen die Gelben Säcke zudem bei jedermann für Freude, wenn sie schon bei „Dienstantritt“ aus den Nähten gehen. Derzeit ist das aber zweitrangig, weil die Gelben Säcke möglicherweise zur Mangelware werden könnten, zumindest fürchten das Leser der RUNDSCHAU. Sind das die Vorboten für die Gelbe Tonne?

Die Heimatzeitung hat diesbezüglich die Kreisverwaltung gefragt, wie der Stand der Dinge bei der Einführung der Gelben Tonne im Norden des Landkreises ist. Geplant ist diese ab 2020.

Kreissprecherin Julia Bjar stellt zu Beginn klar: „Leider können für die flächendeckende Einführung der gelben Tonnen im Altkreis NOL gegenwärtig noch keine konkreten Aussagen getroffen werden.“

Das Ausschreibungsergebnis für die Erfassung von Leichtverpackungen (LVP) im Landkreis Görlitz sei von Seiten der Systembetreiber Ende August bekanntgegeben worden. Den Zuschlag hat die Firma Veolia Umweltservice Ost GmbH & Co. KG erhalten. Das heißt, für die Bürger, die bereits mit einer Gelben Tonne ausgestattet sind, ändert sich nichts. Da sich die Behälter bereits im Eigentum von Veolia befinden.

Der eingesetzte Leistungspartner für das Einsammeln und Entsorgen von Verkaufsverpackungen aus LVP im Kreisnorden ist weiterhin die Niederschlesische Entsorgungsgesellschaft mbH (NEG). Veolia hat die NEG auch mit der Verteilung der Gelben Tonne beauftragt. Das späte Ausschreibungsergebnis führe leider zu grundsätzlichen Verzögerungen.

Folglich sei es der NEG erst nach Bekanntgabe des Ergebnisses möglich gewesen, mit der Planung zu beginnen und eine Bestellung für die notwendigen Behälter aufzugeben. Da diese in dieser Größenzahl nicht vorrätig sind, nimmt die Lieferung gewisse Zeit in Anspruch. Bis Mitte Oktober sind die Behälter noch nicht eingetroffen, bedauert der Kreis. Der Start der Verteilung ist nun stark von der Lieferung abhängig. Darüber hinaus erfordert die Umsetzung der Verteilung eine gründliche Tourenplanung, da bereits mit Tonnen ausgestattete Grundstücke nicht angefahren werden müssen. Diese soll bis zum Eintreffen der Tonnenlieferung abgeschlossen sein. „Nach aktuellem Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass konkrete Aussagen zu einem Zeitplan Ende Oktober getroffen werden können“, so Julia Bjar weiter.

Gelbe Säcke können noch bis 31. Dezember dieses Jahres verteilt werden. Es sollten grundsätzlich noch genügend im Umlauf sein, um bis zum Jahresende auszukommen. „Wir empfehlen allen Ausgabestellen, nur noch mit Rolle pro Haushalt auszugeben, auch um einem unnötigen Eindecken von Rollen entgegenzuwirken. Das duale System sieht ohnehin nicht die Option vor, Gelbe Säcken neben der Gelben Wertstofftonne zu entsorgen“, erklärt die Kreisverwaltung.

Grundsätzlich ist geplant, die flächendeckende Ausstattung der neuen Tonnen bis Ende des Jahres zum Abschluss zu bringen. Wem bis Jahresende noch keine Gelbe Tonne bereitgestellt wurde, kann die Entsorgung weiterhin wie bisher vornehmen. Die betreffenden Gemeinden werden über den Start der Verteilung rechtzeitig in Kenntnis gesetzt, so die Kreisverwaltung.

Eben die Kommunen waren im Jahr 2017 vom Landkreis gefragt worden, wie sie zu der geplanten Neuerung stehen. In den Ratssitzungen wurde das Ganze positiv aufgenommen. Lediglich ein Problem wurde angesprochen, wo sich in Mietshäusern mehrere gelbe Säcke noch „verquetschen“ lassen, wird der Platz für mehrere Tonnen eng. Allerdings wird bei Mehrfamilienhäusern ab vier Wohnungen mit dem Einsatz eines 1100-Liter-Sammelbehälters und sonst mit der 240-Liter-Tonne gerechnet.

Egal, ob Plastiksack oder Tonne, finanziert wird dieses Sammelsystem nicht über die Abfallgebühren, sondern über ein Lizenzentgelt, welches die Hersteller und Vertreiber von Verpackungen für jede Verpackung an die sogenannten dualen Systeme entrichten. Pro Einwohner des Landkreises sind 2018 41 Kilogramm an Leichtverpackungen entsorgt worden.