ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:22 Uhr

Polizeischule
Ab 2020 geht es Schlag auf Schlag bei der Polizeihochschule

Ein Teil des künftigen Polizeischul-Campus: Das bisherige Oberschul-Gebäude 01 (r.) soll künftig die „Schauseite“ bilden. Anstelle des Flachbaus links entstehen drei neue Unterkunftsgebäude und das Trainingszentrum.
Ein Teil des künftigen Polizeischul-Campus: Das bisherige Oberschul-Gebäude 01 (r.) soll künftig die „Schauseite“ bilden. Anstelle des Flachbaus links entstehen drei neue Unterkunftsgebäude und das Trainingszentrum. FOTO: Uwe Menschner
Rothenburg/OL. Ende Juli soll der Zuschlag für die Gebäudeplanung für den künftigen Rothenburger Campus erteilt werden. Dessen Herzstück bildet das neue Trainingszentrum. Von Uwe Menschner

Der Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB) hat die Art und Weise, wie die Polizeihochschule Rothenburg/OL erweitert werden soll, präzisiert. Demnach sollen drei zusätzliche Unterkunftsgebäude (bezeichnet als U3, U4 und U5) sowie ein Trainingszentrum neu gebaut und zwei bislang zur Oberschule gehörende Häuser sowie das Verwaltungsgebäude umgebaut und erweitert werden. Die RUNDSCHAU stellt die Planungen vor.

 Neue Unterkunftsgebäude. In den drei neuen Unterkunftsgebäuden sollen 228 Einzel- und elf Doppelzimmer entstehen. Letztere werden vor allem der Unterbringung von Müttern mit Kindern dienen. Die weitgehend identischen Gebäude U3 und U5 umschließen als Ost- und Westflügel den Mittelbau U4. In jeder Etage befinden sich Gemeinschaftsküche und -raum, sämtliche Zimmer verfügen über eine eigene Sanitäreinrichtung. Die Gebäude sind viergeschossig, die Doppelzimmer befinden sich im Erdgeschoss des Mittelbaus.

 Bisherige Oberschulgebäude. Die als 01 und 02 bezeichneten, bisher von der Oberschule genutzten Gebäude wurden 1984 für die NVA errichtet und 1992 für die Schulnutzung saniert und umgebaut. Fenster und Türen sind laut SIB stark abgenutzt und entsprechen nicht dem heutigen Wärmedämmstandard. Gleiches gilt für die Fassade. Auch die Medien müssen allesamt erneuert werden. Das Gebäude 01 soll das Auditorium Maximum („Audimax“), also den großen Hörsaal, aufnehmen und dafür um einen Anbau ergänzt werden. Dieser soll nach dem Willen des Staatsbetriebs „mit seiner Außenwirkung ein sichtbares Zeichen der Hochschule im Landschaftsraum“ bilden. Das Audimax dockt über einen Verbindungsbau an das Bestandsgebäude mit Foyer an, sodass ein U-förmiger Komplex entsteht. Für Lehrsäle und Arbeitsräume kann die bisherige Klassenraumstruktur mit kleineren Anpassungen weiter genutzt werden. Das Haus 02 bleibt als Lehr- und Seminargebäude bestehen. Aus Brandschutzgründen erhält es  im Süden eine offene Treppe.

 Verwaltungsgebäude. Das Gebäude 03 soll künftig die gesamte Verwaltung beherbergen. Ein dreigeschossiger Anbau soll die zusätzlich erforderlichen Büroräume aufnehmen und den bisher fehlenden zweiten Rettungsweg schaffen. Das Audimax im Erdgeschoss dient nach dem Umbau als Campustreffpunkt mit Bibliothek. Die bisherige wird zu Büros umgestaltet.

 Trainingszentrum. Das Herzstück für die dringend erforderliche Schaffung besserer Ausbildungsbedingungen bildet das neu zu errichtende Trainingszentrum. Es wird am Standort der jetzigen Oberschule als quadratisches zweigeschossiges Gebäude mit Innenhof geplant. Im Erdgeschoss sind ein Trockentrainingsraum, zwei Handlungsflächen für das Üben von Einsatzsituationen und eine Raumschießanlage mit vier Ständen untergebracht. Das Obergeschoss beherbergt Schulungsräume, einen Kraft- und Fitnessraum.

 Freiflächen, Parken.Die begrünte Freifläche zwischen den Gebäuden 01 und 02 soll der Erholung und Freizeitgestaltung der Studenten dienen,  ebenso die Freiräume zwischen den neuen Unterkunftsgebäuden. Für das Parken sind drei Standorte mit insgesamt etwa 660 Stellplätzen vorgesehen. Die bestehenden Sportanlagen im Bereich der Turnhalle sollen erneuert und künftig ausschließlich von der Hochschule genutzt werden. Die Schwimmhalle verbleibt hingegen im Eigentum der Stadt Rothenburg.

 Aktueller Verfahrensstand. Gegenwärtig läuft die Ausschreibungsphase für die Gebäudeplanung. Nach der für Ende Juli vorgesehenen Zuschlagserteilung beginnt unmittelbar die Planungsphase. Die ersten Baumaßnahmen sollen im ersten Quartal 2020 beginnen, der Abschluss ist für das dritte Quartal 2024 vorgesehen. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 44 Millionen Euro.