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| 17:15 Uhr

Umfrage
A und O liegt beim Strukturwandel

Michael Kretschmer, hier bei der Grundsteinlegung am deutsch-sorbischen Schulkomplex in Schleife, soll die Probleme anpacken.
Michael Kretschmer, hier bei der Grundsteinlegung am deutsch-sorbischen Schulkomplex in Schleife, soll die Probleme anpacken. FOTO: Regina Weiß / LR
Weißwasser. Was erwarten Sie vom neuen Ministerpräsidenten? Die RUNDSCHAU hat in der Region nachgefragt. Von Gabi Nitsche und Regina Weiß

Am Mittwoch ist Michael Kretschmer (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten (MP) des Freistaates gewählt worden. Vorher war der Görlitzer 15 Jahre der Bundestagsabgeordnete der Region. Und die hat große Erwartungen an den MP, wie die LR erfuhr.

Torsten Pötzsch, OB in Weißwasser (Klartext): Ich war am Mittwoch zur Amtseinführung in Dresden und habe ihm versichert, er kann auf uns bauen, er hat meine Unterstützung. Themen wie der Strukturwandel und die Finanzausstattung der Kommunen müssen in der Agenda ganz weit oben stehen. Die Lausitz kann man nicht mit anderen Regionen über einen Kamm scheren, wir brauchen hier besondere Unterstützung. Zum Beispiel auch, um weitere Gewerbeflächen entwickeln zu können.  Es gibt Anfragen für Ansiedlungen, auch in Weißwasser, aber wir haben das Geld nicht dafür.

Carmen Hemmerling, Gablenz: Für unsere Region war Michael Kretschmer ja immer wichtig. Er hat viel Gutes für Gablenz und Kromlau erreicht und Wort gehalten, wenn er etwas versprochen hat. Meine Erwartungen an ihn als Ministerpräsident sind entsprechend hoch.

Waldemar Locke, Bürgermeister in Trebendorf (CDU): Er kennt die Lausitz, und wir haben sehr viel Handlungsbedarf. Jeder redet von Strukturwandel, aber wir brauchen hier keine Lippenbekenntnisse mehr, sondern es müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Denn der Nachholbedarf in den Dörfern und Ortsteilen, die nun nicht mehr umgesiedelt werden müssen wegen des Tagebaus Nochten, ist enorm.

Reinhard Bork, Bürgermeister in Schleife (parteilos): Meine Erwartungen an den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer? Ich wünsche mir, dass er uns weiterhin so zur Seite steht wie in der Vergangenheit als Bundestagsabgeordneter. Ich weiß, es ist schwer, denn jetzt geht es nicht nur um den Kreis Görlitz, sondern um ganz Sachsen. Aber wichtig ist, dass der ländliche Raum nicht weiter vernachlässigt  wird von Sachsen. Er kennt die ganzen Probleme, die wir hier haben. Ohne großen Bahnhof ist er plötzlich aufgekreuzt und hat Initiative gezeigt. Gerade auch wenn es um Bergbau- und Stukturwandel-Themen ging. Bei uns hat er ein Stein im Brett, deswegen war ich ja auch so entsetzt, dass er nicht wiedergewählt wurde. Aber ich glaube, man hätte auch einen blauen Pappkameraden hinstellen können, der wäre gewählt worden. Es war im September nun einmal eine Protestwahl gegenüber der Bundespolitik. Fakt ist, wir brauchen Michael Kretschmer nichts erklären. Ich hoffe, mit ihm an der Spitze wird einiges im Freistaat bereinigt, gerade was das Finanzministerium angeht. Was haben wir geredet und doch keine Hilfe erhalten.

Landrat Bernd Lange (CDU): Ich erwarte von unserem neuen Ministerpräsidenten, dass er weiterhin die Probleme in unserer Region im Blick hat und seinen Schwerpunkt auf den Strukturwandel legt.

Tino Chrupalla, AfD-Bundestagsabgeordneter aus Gablenz: Ich gratuliere ihm erst mal, obwohl es immer noch befremdlich ist, dass ein Wahlverlierer nur nach Wochen befördert wird. Ich hoffe, dass nun Impulse aus Dresden kommen und das die größten Probleme angegangen werden. Ich sage nur Grenzkriminalität, Lehrermangel. Da braucht es Anstrengungen.

Andreas Bänder, Bürgermeister Bad Muskau (CDU): Ich hoffe, dass seine Ankündigung, sich verstärkt um den ländlichen Raum zu kümmern, auch umgesetzt wird. Viel Kraft braucht es auch, um sich dem Thema Sicherheit, was die Menschen hier sehr bewegt, zu widmen.

Lothar Bienst, CDU-Landtagsabgeordneter aus Teicha: Ich hoffe, dass er neue Ideen einbringt. Die Schwerpunkte sind ja bekannt. Und wichtig ist es es auch, dass die Menschen die Leistungen und Entwicklungen auch anerkennen können.

Thomas Baum, SPD-Landtagsabgeordneter aus Bad Muskau: Ich sage erst mal, ich habe ihn aus voller Überzeugung gewählt. Das auch, weil ich ihn aus der Wahlkreisarbeit kenne und weiß, was er für die Region geleistet hat. Für die Oberlausitz müssen nun die Schwerpunkte gesetzt werden. Die Strukturschwäche hier bei uns, die ist ja in 27 Jahren gewachsen. Aber sie ist ja nicht in Stein gemeißelt. Ich reiche ihm die Hand, gemeinsam in der Koalition die Probleme anzugehen. Wir müssen die Region aufwerten. Da geht es um Infrastruktur, Breitbandausbau und vieles mehr.