Die Kündigung von Kommunalberater Thomas Jansen wurde jüngst von Vattenfall ausgesprochen. Darüber hat Trebendorfs Bürgermeisterin Kerstin Antonius (WV) den Gemeinderat informiert und mit ihrer Kritik an dem Schritt nicht hinterm Berg gehalten: "Das ist wie ein Schlag ins Gesicht."

Ihn nicht weiter zu beschäftigen, sei nicht abgestimmt gewesen. "Wir haben uns gegen die Kündigung angesprochen", so Antonius. "Für uns ist auch der Zeitpunkt fraglich, denn es stehen doch noch Entscheidungen an", so Antonius mit Blick auf das künftige Abbaugebiet II. Man brauche auch künftig eine sachgerechte Beratung. "Wir sind noch lange nicht durch", so die Bürgermeisterin. Sie beziehe sich auf solche Themen wie Trinkwasserversorgung oder offene Probleme aus den 2008er-Verträgen, hieß es.

Auch Schleife kritisiert die Vorgehensweise. "Das kann einfach nicht wahr sein", äußert sich Bürgermeister Reinhard Bork gegenüber der RUNDSCHAU. Ihn wurmt das vor allem, weil: "Wir haben uns damals entschieden, keine Rechtsanwaltskanzlei zu nehmen, sondern auf die Komunalberatung zu setzen, um einvernehmlich so viel wie möglich klären zu können." In beiden Gemeinden und in den Ortsteilen ist Jansen bei den Bewohnern als Interessenvertreter, Moderator und Vermittler in Sachen Umsiedlung akzeptiert. Seit 2013 habe Jansen so manchen "Strauß" gemeinsam mit den Trebendorfern und Schleifern ausgefochten. Vor allem, wenn es darum ging, mit dem Bergbaubetreiber und den Behörden nach Kompromissen zu suchen.

Laut Kathi Gerstner von der Vattenfall-Kommunikation habe man in Gesprächen den Bürgermeistern die Kündigungsabsicht mitgeteilt. "Es liegt nicht an der Person und auch nicht an der Arbeit", betont Gerstner, dass Jansen gehen muss. Vielmehr habe es mit der unklaren Situation zum Abbaugebiet II zu tun. Hätte man die Kündigung nicht jetzt zum Jahresende vollzogen, liefe der Vertrag 2017 weiter. Doch ob diese Kommunalberatung eine Zukunft hat, müsse der neue Eigentümer entscheiden, so die Sprecherin. Vattenfalls Braunkohlensparte wurde bekanntlich an das tschechische Konsortium EPH und PPF verkauft. Bisher hatten die Bürgermeister aber noch keine Gelegenheit, mit den neuen Eigentümern darüber zu sprechen.

Weder Trebendorf noch Schleife wollen auf Jansen verzichten und fordern deswegen dessen Weiterbeschäftigung. Denn: "Ich sehe nicht, dass seine Arbeit nur mit dem Tagebau Nochten I und II zu tun hat. Es geht allgemein um das Thema. Und der Bergbau hält uns noch Jahrzehnte in Atem. Ob das Abbaufeld II nun kommt oder nicht", betont der Schleifer Reinhard Bork. Ihn wurme ebenso, dass Vattenfall die Gelder für die bergbauliche Seelsorgerin und den Koordinator vom sozialen Netzwerk, die im engen Kontakt zu den Menschen in den Tagebau-Dörfern stünden, weiter gekürzt habe. Erst vor einigen Monaten hatten Landrat Bernd Lange und weitere regionale Politiker unter Federführung vom Regionalen Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien Vattenfall aufgefordert, die Finanzierung weder für Kommunalberatung noch für Seelsorge oder Netzwerk ein weiteres Mal zu reduzieren. Lange führte gegenüber der RUNDSCHAU die Kompetenz der eingesetzten Mitarbeiter an. Diese werde nicht nur gebraucht, um die aktuellen Aufgaben zu packen. Sie sei auch notwendig, wenn es um die Herausforderungen nach dem Eigentümerwechsel gehe, betonte dieser.