Ob eine Reparatur da noch lohnt - und ein neues und besseres Gerät (das ja weniger Wasser und weniger Strom verbraucht) nicht am Ende besser ist? Auch im Kleinen ist ja der Aufwand, etwas auszubessern, oft zu groß: Wer stopft noch seine Socken. Und die wechselnde Mode verwandelt neuwertige Kleidung sehr schnell in Altkleider. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Vor ein paar Tagen kam ich aus Pechern - auf der sogenannten Friedensstraße lagen Kaffeebecher und Bäckertüten. Weggeworfen - gleich aus dem Autofenster. Ein typisches Bild für unsere Wegwerfgesellschaft. Und die ärgert uns am meisten dort, wo sie uns am deutlichsten ins Auge fällt: wenn der Müll der Schüler auf der Straße landet - vor unserer Haustür vielleicht - statt im Abfalleimer.

Oder wenn man einen alten Kühlschrank in der Hecke des eigenen Grundstücks findet. In der Bibel finde ich auch ein Wort, dass uns vor dem Wegwerfen warnt: "Werft euer Vertrauen nicht weg, welches großen Lohn mit sich bringt." (aus Hebr. 10,35) "Werft euer Vertrauen nicht weg!" Ich denke, unser Vertrauen wurde besonders im letzen Jahr herausgefordert - und es wird wohl auch weiterhin oft auf die Probe gestellt werden. Das Bibelwort des kommenden Sonntags will uns motivieren, auch wenn es dicke kommt, die Flinte nicht gleich ins Korn zu werfen, sondern zu gauben, dass Gott unser Vertrauen belohnt. Das Vertrauen in Menschen - vor allem aber unser Vertrauen in Gott. Er hat mich in all den Jahren, die ich ihm schon glaube und vertraue, gehalten und mich nicht enttäuscht! Auch wenn es manchmal zuerst gar nicht danach aussah. Wie gut, dass ich mein Vertrauen nicht über Bord geworfen habe.

*Pfarrer der Kirchengemeinden Krauschwitz und Podrosche-Pechern