In einem Artikel war die Rede davon, dass der Standort des Gedenksteins für viel Unmut bei Bürgern der Stadt gesorgt hatte, so auch beim Stadtrat Bernhard Waldau (CDU), der forderte, den Stein wieder zu versetzen. Kanitz habe einer verbotenen Partei angehört. Wenn diese Worte aus dem Munde von Herrn Waldau stammen, dann ist sein Bezug unter der Gürtellinie. Wenn Kanitz sich damals konsequent gegen den aufstrebenden deutschen Faschismus, gegen den deutschen Militarismus, für Frieden und kommunistische Ideale einsetzte und dafür 1932 erschossen wurde, sollte man nachdenklich werden. Er hat, beziehunsweise musste, das wertvollste, was der Mensch besitzt, hingeben, das Leben. Auch wenn seitens der Stadt die Entscheidung gefallen sein dürfte, den Erich-Kanitz-Gedenkstein auf den Friedhof umzusetzen, so kann ich mich mit der Äußerung des Herrn Meißner im Artikel vom 11. Februar anfreunden, dass die Platte an der Waldhausstraße stehen bleiben sollte. Erstens hätte der Kanitz-Gedenkstein indirekt einen bestimmten Bezug zur früheren Erich-Kanitz-Straße, zweitens wäre es eine angemessene Würdigung von Erich Kanitz in der Öffentlichkeit und drittens ist die konkrete Fläche, auf dem der Gedenkstein steht, beim Vorbeifahren doch nur für einen kurzen Augenblick zu sehen. Laut dem Artikel vom 11. Februar widerspricht Angelika Bläck aus der Waldhausstraße der Äußerung Herrn Meißners heftig, warum ein Stück DDR-Geschichte auf dem Friedhof versteckt werden soll. Bei der Aussage Frau Bläcks, dass die Anwohner den Stein vor ihrer Haustür nicht haben wollen, denke ich, dass es sich wahrscheinlich um die Meinung einzelner Anwohner handelt und dass der Stein nicht vor ihrer Haustür steht, sondern cirka 150 Meter entfernt bis zu den beiderseitig in der Waldhausstraße vorhandenen Wohngrundstücken. Weiterhin steht in dem Artikel, vor allem die markige Inschrift "Dein Kampf ist uns Verpflichtung" stoße den Anwohnern übel auf. Wenn man die Inschrift auseinanderpflückt, dann war der Kampf von Kanitz doch bis 1932, wie bereits zuvor erwähnt, unter anderem konsequent gegen den aufstrebenden deutschen Faschismus gerichtet. Daraus die Lehre zu ziehen und es als eine Verpflichtung anzusehen, alles zu tun gegen Rechtsextremismus und neofaschistische Gesinnung - dafür lohnt es sich einzutreten.