Dort habe man ein schönes Ambiente, die Akustik im Saal sei einmalig, und die Saalgröße sei gut geeignet für größere Veranstaltungen. Damit das Volkshaus eines Tages wieder Events bietet, will sich Rico Jung bei einem Wahlerfolg für das Gebäude einsetzen: "Ich mache das Volkshaus zur Chefsache."

Wenn es denn saniert wird, habe man zwei Dinge zu meistern: "Die Investition und die Betreibung", weiß Jung. Für eine mögliche Betreibung will Rico Jung mit sämtlichen Kulturvereinen in der Stadt ins Gespräch kommen. "Ja, viele Vereine haben sich in der Vergangenheit um Domizile gekümmert", gibt er zu, "aber das Stadtzentrum muss belebt werden." Aufstülpen wolle er aber niemandem etwas. Alle Weißwasseraner sollen bei einem Nutzungskonzept einbezogen werden. Und Nutzungsideen, wie ein Bowlingcenter im Keller, eine Disko für Weißwasser, Abi-Bälle, Jugendweihefeiern oder Kino- und Konzertvorstellung habe er viele. "Man kommt dann schnell auf zwei Veranstaltungen im Monat", sagt Rico Jung. Sein Ziel ist es, dass die Stadt - ähnlich wie beim Eisstadion - Betreiber des Volkshauses ist.

Bleibt das Problem mit der Finanzierung. Insgesamt fünf Millionen Euro - je nach Konzept - bräuchte es, sagt Jung, um das Volkshaus wieder in Schuss zu bringen. "Wir haben die Vorteile, dass der Stadt das Grundstück und das Haus gehören", erklärt er. Zudem liege es im Stadtumbaugebiet, womit zwei Drittel der Investitionssumme über Fördergelder gedeckt werden könnten. Blieben 1,6 Millionen Euro als Eigenanteil bei der Stadt. Die ließen sich mit Sonderfördermitteln wie dem Investitionsstärkungsgesetz oder mit PMO-Mitteln (ehemaliges Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR) senken. Auch eine Kreditaufnahme schließt Rico Jung nicht aus.

Und die Betreibungskosten? Die haben laut Jung 2004 bei 160 000 Euro im Jahr gelegen. "Ich möchte keiner bestehenden Einrichtung oder den Sportvereinen der Stadt Gelder kürzen", unterstreicht Jung in diesem Zusammenhang. Er wisse, dass nicht nur Bürger, sondern auch die Stadträte überzeugt werden müssten. Denn erst 2013 hatte der Rat eine Prioritätenliste, die Jung seinerzeit vorstellte, verabschiedet. Danach wurde das Volkshaus in die Kategorie C eingeordnet. Zunächst, so der Stadtratsbeschluss, solle der Bahnhof saniert werden. "Das steht einer Volkshaussanierung aber nicht im Weg", so Jung.

Der Stadtrat debattierte im März ebenfalls. Die Debatte finden Sie hier .Was das Bürgerhaus in Niesky kostet, finden Sie hier . Es ist mit dem Weißwasseraner Volkshaus zu vergleichen.