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80 Apfelsorten in der Scheune

In der Theaterscheune wurden 80 Apfelsorten präsentiert.
In der Theaterscheune wurden 80 Apfelsorten präsentiert. FOTO: amz1
Rietschen. Streuobstbörse und Herbstgartenmarkt locken weniger Besucher als sonst auf den Erlichthof. Dort ist unter anderem zu erfahren, wie Äpfel richtig gelagert werden. amz1

Richtig Pech mit dem Wetter haben die Protagonisten der Streuobstbörse und des Herbstgartenmarktes auf dem Rietschener Erlichthof. Aufgrund des Regens wollen weniger Besucher als sonst die zahlreichen Angebote in Augenschein nehmen. Von den angekündigten 24 Händlern sind laut Sabine Wiering von der örtlichen Tourist-Information immerhin noch 20 erschienen.

In der Theaterscheune präsentiert Klaus Schwarz 80 Apfelsorten. Der Pomologe von der Löbauer Baumschule Schwarz gilt als Kenner hiesiger Obstsorten. Die Saison 2017 schätzt er als schlecht ein. "Im Frühjahr sind zahlreiche Blüten durch Spätfröste erfroren." Und selbst die Äpfel, die die kritische Zeit überstanden haben, leiden an den Spätfolgen - einem Schorf. "Aufgrund der ungünstigen Witterung im Frühjahr müssen die Obstbauern bis zu 50 Prozent Einbußen hinnehmen", weiß Klaus Schwarz.

Dennoch ist es ihm gelungen, mehrere Exemplare der heimischen Sorten mit nach Rietschen zu bringen. Beispielsweise die relativ kleinen, grün-roten Lausitzer Nelkenäpfel, die tatsächlich ziemlich würzig schmecken. Dann gibt es noch einen speziellen Görlitzer Nelkenapfel, etwas größer und wieder ganz anders im Geschmack. "Ob diese Sorte tatsächlich in Görlitz das erste Mal gezüchtet wurde, lässt sich heute nicht mehr nachweisen", erklärt Klaus Schwarz. Verbürgt sei aber, dass der "Schöne aus Herrnhut" in der Tat aus dem namensgebenden Städtchen kommt. In vielen Lausitzer Gärten finden sich dessen Bäume mit den charakteristischen gelb-roten und sehr saftigen Früchten.

Wer Äpfel über den Winter lagern will, dem empfiehlt Pomologe Schwarz eine Luftfeuchtigkeit zwischen 94 und 96 Prozent sowie eine Temperatur zwischen zwei und fünf Grad Celsius. Zudem sollten die Früchte regelmäßig kontrolliert werden, denn ist ein Apfel faul, steckt er ziemlich bald auch seine Gesellen an. Manche Sorten seien bei richtiger Lagerung noch im darauffolgenden Frühsommer saftig und lecker, beispielsweise der "Ontario", ein klassischer Spätapfel.

Am Stand der Apfelschmiede Striese aus Daubitz bietet Dorothea Junge verschiedene Apfelsäfte aus Früchten aus diesem Jahr an. Manche Produkte enthalten darüber hinaus Aronia, andere wiederum Quitten. Neben Frucht-Bowle ist der heiße Apfelsaft der Renner. Die Flüssigkeit, versetzt mit Zimt und Nelken, schmeckt hervorragend, könne aber bei empfindlichen Menschen durchaus auch abführend wirken.

Ein weiterer Hingucker während des Rietschener Herbstmarktes ist die Pilzausstellung des Pilzsachverständigen Uwe Bartholomäus. "Die tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilze gibt es dieses Jahr in großer Anzahl. Sie wachsen selbst rund um den Erlichthof", warnt der erfahrene Pilzkenner. Doch auch Speisepilze gebe es derzeit reichlich. Sammler sollten sich beim augenblicklichen nasskalten Wetter jedoch vorsehen, rät Bartholomäus. Pilze könnten schnell schimmeln. Wer diese dann isst, müsse mit einer Lebensmittelvergiftung rechnen.

Am Sonnabend, 14. Oktober, bietet Uwe Bartholomäus ab dem Erlichthof eine Pilzwanderung an. Los geht es um 14 Uhr an der Tourist-Info.