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785 000 Euro für Görlitzer Synagoge - Sanierung geht voran

Die ehemalige Synagoge in Görlitz (Sachsen)
Die ehemalige Synagoge in Görlitz (Sachsen) FOTO: dpa
Görlitz. Das jüdische Gotteshaus in Görlitz überstand als einziges in Sachsen die Pogromnacht von 1938. Nun werden weitere Teile des Gebäudes saniert - unter anderem der Platz rund um den Thoraschrein. dpa

Die Sanierung der Görlitzer Synagoge geht weiter voran. Die Stadt hat dafür jüngst Vorhaben in Höhe von insgesamt rund 785 000 Euro bewilligt, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Dafür sollen unter anderem die Muschelkalksäulen im Bereich der Galerie gereinigt und repariert werden. Geplant ist zudem die Sanierung der Wandflächen zwischen Kuppelsaal und Vestibül sowie der südlichen und nördlichen Innenseiten der Außenwand. Auch der sogenannte Almemor, der Platz um den Thoraschrein, von dem während des Gottesdienstes die Thora verlesen wird, soll saniert werden. Die Fördermittel stammen von Bund, Land, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie der Görlitzer Altstadtstiftung und der Stadt.Die Görlitzer Synagoge war 1911 geweiht worden. Sie überstand als einzige in Sachsen die Pogromnacht von 1938. Sie wird seither jedoch nicht mehr als Gebetshaus genutzt. Über Jahrzehnte hinweg war die Synagoge dem Verfall preisgegeben. Erst seit 2008 wird sie wieder für Veranstaltungen genutzt.In den letzten Monaten habe sich viel getan, erklärte Markus Bauer vom Förderkreis der Görlitzer Synagoge. Die Restaurierungsarbeiten seien kräftig vorangeschritten. Der Thoraschrein wurde bereits saniert - ebenso wie die gesamte östliche Front des Innenraumes samt Marmorverkleidung und der ursprünglichen Farbe.Ab Ende Juni soll unter anderem der Kuppelraum technisch auf den neuesten Stand gebracht werden: Geplant sind Anschlüsse für eine mobile Bühnenbeleuchtung, Audio- und Videosysteme sowie der Einbau von Heizung und Sicherheitsbeleuchtung.Seit 1991 flossen nach Angaben der Stadt rund 5,6 Millionen Euro in Erhalt und Sanierung des Gotteshauses. Voraussichtlich rund 3,7 Millionen Euro müssen ab 2015 noch finanziert werden, hieß es. Der Baufortschritt sei immer abhängig von Fördermitteln und Spendenbereitschaft. Wann die Arbeiten an der Synagoge abgeschlossen seien, stehe daher noch nicht fest.