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| 14:40 Uhr

Polizei
531 Autos in der Oberlausitz geklaut

Görlitz. Polizeidirektion Görlitz stellt tiefsten Stand der Kriminalitätsbelastung seit zehn Jahren fest.

(pm/rw) In Weißwasser sind im vergangenen Jahr 71 Autos von Dieben angegriffen worden. In 32 Fällen blieb es beim Versuch, den Pkw zu klauen. In 39 Fällen gelang es. Hoyerswerda kommt im Vergleich dazu auf 78 Fälle (davon 21  Versuche). 33-mal wollten sich Diebe in Bad Muskau bedienen. In 19 Fällen ließen die Langfinger die Autos mitgehen. Ostsachsen steht damit gegen einen Trend im Freistaat. Nach einem Rückgang der Zahlen 2016 wurden 2017 in den Kreisen Bautzen und Görlitz wieder mehr Kraftfahrzeuge gestohlen. Die Anzahl der tatsächlich entwendeten Fahrzeuge betrug insgesamt 531 (2016: 409 Fälle, 2015: 509, 2014: 497). Dazu waren 275 Fälle zu verzeichnen, bei denen ein Diebstahl im Stadium des Versuches scheiterte. Dabei sind vor allem die Marken Volkswagen, Audi, Skoda, BMW und Mazda betroffen. Hierbei nutzen die Diebe auch immer häufiger Sicherheitslücken, die schlüssellos betriebene Fahrzeuge mit sich bringen. Hier ist jeder Autobesitzer aufgefordert, zusätzliche Sicherungsmaßnahmen zu treffen, um sein Hab und Gut zu schützen. Das teilt die Polizeidirektion Görlitz am Montag mit Verweis auf die polizeiliche Kriminalitätsstatistik mit. 

Über Nacht geschehene Fahrzeugdiebstähle fallen oft erst am nächsten Morgen, nicht selten also mit einem Zeitverzug von einigen Stunden auf. Bei Taten, die in beiden Kreisen begangen wurden, erhält die Polizei daher zumeist erst Kenntnis von dem Sachverhalt, wenn die entwendeten Wagen aufgrund der geringen Entfernungen zur polnischen oder tschechischen Republik längst im Ausland sind. Dementsprechend schwierig ist es, Autodiebe auf frischer Tat zu stellen, heißt es im Statistikbericht.

Mit intensiven, in enger Zusammenarbeit mit der polnischen und tschechischen Polizei geführten Ermittlungen ist es im Jahr 2017 dennoch gelungen, etwa jeden sechsten Fahrzeugdiebstahl mit Tatort in der Oberlausitz aufzuklären. Damit ist  die Aufklärungsquote mit 16,5 Prozent gegenüber 2016 ganz leicht gestiegen, liegt aber unter der von 2015 (25,9 Prozent)

Ergänzend dazu haben die Gemeinsame Fahndungsgruppe Bautzen der Kriminalpolizeiinspektion Görlitz und die Bundespolizeiinspektion Ebersbach im vergangenen Jahr 50 als gestohlen gemeldete Kraftwagen sichergestellt. Es handelte sich dabei fast ausschließlich um rollendes Diebesgut, das in anderen Regionen Sachsens, anderen Bundesländern oder dem europäischen Ausland entwendet wurde.

Was sind die wichtigsten Kernaussagen der polizeilichen Lage des Jahres 2017 in der Oberlausitz? Die Polizei vermeldet den tiefsten Stand der Kriminalitätsbelastung seit zehn Jahren. Der Rückgang der polizeilich bekanntgewordenen Fallzahlen beläuft sich in diesem Zeitraum bei rund 13 Prozent. Der Rückgang der Fallzahlen zum Vorjahr beträgt etwa zwei Prozent: Gab es 2016 noch 36 655 Fälle, waren es 2017 35 480. Etwa drei von fünf Straftaten konnte die Polizei aufklären. Die Quote von 59,7 Prozent liegt in Ostsachsen über dem Durchschnitt des Freistaates (59,2 Prozent).

Erneut kann die Polizei einen deutlicher Rückgang der Eigentumskriminalität um rund sieben Prozent vermelden: 2016 – 13 536 Fälle, 2017 – 12 565. Einbrüche und Diebstähle in den Städten und Gemeinden mit Grenzbezug sind insgesamt rückläufig. Allerdings stechen örtliche Schwerpunkte heraus.

Polizeipräsident Torsten Schultze kommentiert das wie folgt: „Die belastbaren Fakten der polizeilichen Kriminalstatistik zeigen ein anderes Bild der Lage, als das, was ich in Gesprächen mit Bürgern unserer Region häufig zu hören bekomme. Deren Wahrnehmung scheint zu sein, dass in den zurückliegenden Jahren alles nur ,schlimmer’ geworden sei, insbesondere seit Öffnung der Grenzen zu unseren polnischen und tschechischen Nachbarn. Doch das Gegenteil ist der Fall.“ Als die Grenzen noch geschlossen waren, sei in der Region weit mehr gestohlen und häufiger eingebrochen worden als heutzutage. „Nur scheinen diese Fakten aus den Erinnerungen verschwunden zu sein“, stellt er fest. „Darum werden wir in Zukunft noch mehr auf die Erfolge unserer polizeilichen Arbeit hinweisen. Unsere Botschaft ist: Die Bürger können in der Oberlausitz sicher leben“, erklärt der Polizeichef weiter.