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| 02:49 Uhr

457 000 Euro für Rietschens neue Mitte

So sollen der Parkplatzbereich hinter dem Kino und die Zufahrt zum künftigen Mehrgenerationswohnhaus aussehen.
So sollen der Parkplatzbereich hinter dem Kino und die Zufahrt zum künftigen Mehrgenerationswohnhaus aussehen. FOTO: Montage: Sweco
Rietschen. Mit Fördermitteln wird das Umfeld der Fema und des Kinos neu gestaltet. Nun können die Arbeiten ausgeschrieben werden, sagt Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler). Christian Köhler

"Wir können nun die Ausschreibungen machen", freute sich Rietschens Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) am Montag bei der Übergabe der Fördermittel in Höhe von 457 000 Euro durch Umweltstaatssekretär Herbert Wolff in Rietschen. Der lobte ausdrücklich die Arbeit der Gemeinde, des Landkreises Görlitz und der Mitarbeiter im Staatsministerium. Denn am 16. Januar hatte der Freistaat das Förderprogramm "Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum" aufgelegt. "Und nach vier Wochen kann ich nun die Fördermittel übergeben", erklärte Herbert Wolff. Da nickte selbst Landrat Bernd Lange (CDU) anerkennend.

Das rund zehn Millionen Euro schwere Fördermittelprogramm des Freistaates soll für die Ortskernentwicklung von Dörfern und Kleinstädten im ländlichen Raum genutzt werden. "Und genau dafür setzen wir es in Rietschen ein", erklärte Planer und Gemeinderat Helmut Perk (Freie Wähler). Er gab den Anwesenden einen Überblick über die Vorhaben, die mit den Fördergeldern realisiert werden sollen. Und die ranken sich entlang von zwei zentralen Gebäuden im Ortszentrum: dem Kino und dem Kulturhaus Fema.

Während der Streit um die Betreibung des Kinos noch nicht ausgefochten ist - das erklärte der Bürgermeister auf Nachfrage -, hat Planer Helmut Perk schon eine recht genaue Vorstellung davon, wie die durch den Abriss des ehemaligen "Lausitzer Ecks" entstandene Brachfläche künftig aussehen soll. "Hier wird ein Dorfplatz entstehen, der deutlich zur Belebung der Ortsmitte beitragen wird", erklärte er. An die B115 angrenzend soll die Fläche zunächst angehoben werden und mit Natursteinen und einem barrierefreien Zugang gestaltet werden.

Wichtigste Veränderung dabei wird der Zugang zum Kino werden. Der soll nämlich nicht mehr von der Parkplatzseite erfolgen, sondern vom neuen Dorfplatz aus. Damit ist auch ein barrierefreier Zugung zum Lichtspieltheater möglich. "Es ist ohnehin vorgesehen, einige Nebengebäude des Kinos abzureißen, sodass die einstige Gebäudestruktur des ehemaligen Bürgerhauses wieder zum Vorschein kommt", erläuterte Helmut Perk mit Blick auf die künftige Umgestaltung des Kinos. Das betrifft auch den Vorbau zur Straßenseite in Richtung des Fitness-Centers. Der Platz selbst soll mit Sitzgelegenheiten und Bäumen zum Verweilen einladen.

Daran angrenzend und hinter dem Kino wird das neue Mehrgenerationswohnhaus errichtet. Für das 1,3 Millionen Euro teure Vorhaben hatte der Gemeinderat im Oktober des vergangenen Jahres grünes Licht gegeben. Zwischen dem Neubau und dem Kino wird sich eine Feuerwehrzufahrt zum Parkplatz ihren Weg bahnen, hieß es. Von dem umgestalteten Parkplatz (siehe Grafik) soll dann ein Weg samt Grünanlage für die Bewohner des Mehrgenerationshauses zur Fema führen. Insgesamt sind dafür Mittel in Höhe von 275 000 Euro vorgesehen.

Das Außengelände der Fema wiederum soll für knapp 200 000 Euro vollständig aufgewertet werden. Neue Spielgeräte, ein neuer Zaun sowie verbesserte Feuerwehrstellplätze sollen am ehemaligen Glaswerk entstehen. Zudem soll die Fema einen Aufzug erhalten - der insbesondere der Freien Schule und dem Deutsch-polnischen Begegnungszentrum zugute kommt. Dafür hatte das Weißkeißeler Ingenieurbüro ITL bereits die Vorplanungen geleistet.

"Gerade bei der Fema sieht man, dass die Gemeinde gut daran tat, frühzeitig mit der Revitalisierung der Industriebrache der Fema zu beginnen", gibt Landrat Bernd Lange zu verstehen. Er wisse, dass in Rietschen vieles mit der Wende weggebrochen sei. Deshalb sei es nun um so besser, wenn aus Altem Neues entstünde.

Insgesamt beträgt der Eigenmittelanteil der Gemeinde Rietschen gut 150 000 Euro, sodass die Gesamtinvestitionssumme in Rietschens neue Mitte bei mehr als 600 000 Euro liegt. Die Gelder sind bereits in die Vorplanung des Rietschener Doppelhaushaltes für dieses und das kommende Jahr eingestellt. Ein entsprechender Haushaltsbeschluss liegt dagegen noch nicht vor.

Zum Thema:
2016 hat der Freistaat mit Kofinanzierung des Bundes zehn Millionen Euro für 35 Projekte zur Belebung von Dorfzentren freigegeben. Auch 2017 und 2018 sollen jeweils zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Der Landkreis Görlitz erhält durch die Gemeinde Rietschen als Erster in Sachsen im Jahr 2017 die Zuwendungen.